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Gedenkfeier mit Vortrag anlässlich des Holocaustgedenktags

Die Schulgemeinschaft des Schyren-Gymnasiums erinnerte am 27. Januar 2018, dem deutschlandweiten Gedenktag des Holocaust, an dessen Opfer. Anlässlich des 80. Jahrestags der ersten Transporte jüdischer Kinder nach England wurde diese Opfergruppe in den Blick genommen.

Dazu haben Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe aus dem Englischkurs von Frau Kettner und dem Religionskurs von Frau Wörmann die freiberufliche Journalistin und Historikerin Lilly Maier zu einem Vortrag zum Thema „Kindertransporte 1938/39 – die Flucht jüdischer Kinder vor dem Holocaust und ihre Folgen“ eingeladen.

So berichtete die sympathische Referentin in ihrem Vortrag, der auf Zeitzeugeninterviews mit 13 Holocaust-Überlebenden in Washington, D.C., Maryland, New York, Los Angeles und San Francisco basiert: „Die Geschichte der Kindertransporte gilt als eines der wenigen positiven Kapitel in der Holocaust-Forschung: Über 10.000 unbegleitete jüdische Kinder und Jugendliche konnten 1938/39 nach Großbritannien oder Frankreich gerettet werden, weil ihre Eltern bereit waren, sich von ihnen zu trennen.“ Weiter führte sie aus: „Die Kinder, zwischen zwei und 16 Jahren alt, wurden bei Privatfamilien oder in Internaten untergebracht, viele von ihnen emigrierten nach dem Krieg in die USA.“ Freilich blieb die Rettung durch einen Kindertransport nicht ohne traumatische Folgen – die zwangsweise Trennung von den Eltern und die Entwurzelung aus dem gewohnten Leben hinterließen emotionale Spuren in jeder Biographie. Dennoch, so Maier, gelang es aber den „Kindern“ als Gruppe, diese Traumata zu überwinden und in der Regel überaus erfolgreiche Leben zu führen.

Charmant führten Carlos Coello Medina, Adriana Borrego-Guerrero, Annabelle Schock und Luise Mosig durch die gut besuchte Vormittags-Veranstaltung, die musikalisch vom Unterstufenchor unter Leitung von Frau Jung, von Frau Sauer an der Bratsche und Herrn Dr. Daubner am Klavier sowie von Frau Wörmann an der Harfe umrahmt wurde. Für Licht und Ton sorgten Christian Kastner und Johannes Zenz. Das beeindruckende Plakat zur Gedenkfeier wurde von Lisa Mayr entworfen.

Am Ende der Veranstaltung wurde um Spenden gebeten für die Stiftung „Lichtblick Hasenbergl“, die sich für benachteiligte Kinder in dem Münchener Stadtteil einsetzt.

Zur Person Lilly Maier:

Lilly Maier studierte Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und erhielt für ihre Bachelor-Arbeit „Ein Leben nach dem Kindertransport“ den Forscherpreis für exzellente Studierende 2014 der LMU. Sie hält regelmäßig Vorträge über die Rettung jüdischer Kinder während des Holocaust und über Kindertransporte in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Momentan schreibt Lilly Maier an der Biographie von Arthur Kern (geb. Oswald Kernberg), eines Holocaust-Überlebenden, der auf einem Kindertransport nach Frankreich und von dort auf einem zweiten nach Amerika gerettet wurde; Kern wuchs in derselben Wiener Wohnung auf, in der die Referentin in den 1990ern lebte.

Foto: Petra Frye-Weber; Text: Veronika Kettner und Annette Wörmann