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Praktikum bei Gevatter Tod mit dem Schyren-Gymnasium

Praktikum beim Gevatter. Wie soll jemand wie Mortimer, kurz Mort (Maria Brock), bloß eine Lehrstelle finden? Zum Glück kreuzt kurz vor Torschluss der Jobmesse der grimme Schnitter (Jaana Kretzschmar) auf, auf der Suche nach einem tüchtigen Gehilfen. Mit Papas Einverständnis wird der Bub in die tieferen Geheimnisse von Raum und Zeit eingeweiht und darf hinter die Kulissen des allwaltenden Schicksals blicken. Er darf bei der Ermordung eines echten Herrschers assistieren und später als Vertretung des Meisters selbst ein paar kuriose Sterbefälle betreuen – nun, und da unterläuft es Mort, dass er selbst ins Räderwerk der Vorsehung eingreift: Prinzessin Keli (eindrucksvoll verkörpert von Tabea Kretzschmar) findet sich in einem wenig erfreulichen Zwischenzustand wieder – laut Plan des Schicksals tot, durch Irrtum Morts aber davongekommen. Und wie diesen Schlamassel jetzt klären, zumal dadurch die große Weltgeschichte umgeschrieben wurde?
Hier wird es nun durchaus ein bisschen unübersichtlich. Die Inszenierung wird ein wenig hektisch, die Bühne häufig umgebaut. Zum Beispiel entpuppt sich Freund Heins Küchenmeister als zweitausend Jahre alte Zauberkoryphäe – hier heißt es, sich einfach mal zurücklehnen und in dem surrealen Trubel die fantasievollen Perücken genießen.
Die neunzehn Darstellerinnen des Schyren-Theaters unter der Leitung von Ruth Knoll haben mit Terry Pratchetts ‘Mort’ ein kurzweilig-philosophisches Spektakel auf die Bretter gezaubert und dabei viel Szenenapplaus geerntet. Ihrer Premiere am vergangenen Freitag wäre etwas mehr Publikum zu wünschen gewesen – aber es gibt ja noch zweimal die Chance, in Pratchetts abgedrehte Fantasy-Welt einzutauchen: ‘Mort’ wird am Freitag, den 20., und Samstag, den 21. April, in der Aula des Schyren-Gymnasiums gespielt. Die Vorstellung beginnt jeweils um 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Bild: Die Tochter (Katharina Westermeier, l.) des Todes (Jaana Kretzschmar, r.) verbindet ein geheimes Schicksal mit dessen tollpatschigem Gehilfen Mort (Maria Brock, Mitte).

Text und Foto: Roland Scheerer