Begabtenförderung

miniLEAP trotz Corona

Großes Lob ergeht an alle miniLEAP-Teilnehmer, die trotz Schulschließung und weiterer coronabedingter Herausforderungen kontinuierlich an ihren Projekten – beispielsweise zu Dialekten, zum Down-Syndrom, zur Geografie Jordaniens, zum Akkordeon oder in der Entwicklung eines Harry-Potter-Spiels – gearbeitet haben.
miniLEAP ist das Förderprogramm für vielseitig interessierte Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis acht; es findet mit Unterstützung einer betreuenden Fachlehrkraft stets im zweiten Halbjahr eines Schuljahrs statt.
Ohne die Mithilfe der Kollegen wäre miniLEAP nicht realisierbar: Herzlichen Dank an die Kollegen für die übernommene Betreuung!

Text: Annette Wörmann
Fotos: privat

  • Xaver

Eindrücke der miniLEAP-Teilnehmer:

Mein Thema war das Akkordeon. Interessant fand ich, dass es so viele Informationen und Fakten über das Akkordeon gibt, die selbst ich als Akkordeonschülerin nicht wusste. Besonders viel Spaß hatte ich am Recherchieren und Gestalten des Plakats, da dieses wie ein Akkordeon aufgebaut ist und auch so aussieht.
Emily

Mein miniLEAP-Projekt behandelte das Alte Ägypten. Ich habe sehr viel über das Thema herausgefunden, indem ich mir viele Websites durchgelesen habe. Auch meine Bücher über Ägypten haben sehr viel dazu beigetragen, sodass ich so einen ausführlichen Text schreiben konnte. Und es hat mir sehr, sehr, sehr viel Spaß gemacht.
Luca

Mein Thema war: eine Fantasiegeschichte, die im Alten Ägypten spielt. Besonders gefallen hat mir, dass man nicht nach einem vorgegebenen Thema arbeiten musste, sondern selber kreativ sein konnte. Ich fand es gut, dass ich Gestalten und Schreiben verbinden konnte und mir meine Zeit frei einteilen konnte. Das Sammeln der Informationen in Büchern über Ägypten hat mir Spaß gemacht.
Jana

Mein miniLEAP Projekt war zum Thema „Ägypten“. Ich habe sehr viele Themen in einem Text zusammengefasst, und es hat mir auch sehr viel Spaß gemacht.
Luca

Mein Thema war: Die deutsche Sprache im Laufe der Zeit Es hat mir Spaß gemacht, die deutsche Sprache noch besser kennenzulernen und herauszufinden, wie sich manche Ausdrücke / Wörter, die man täglich benutzt, entwickelt haben.
Sophie

Ich habe mich mit dem Thema „Bairische Dialekte“ beschäftigt. Auf die Idee bin ich gekommen, da wir von Sprachen und Dialekten umgeben sind. Sogar in der eigenen Familie werden unterschiedliche Dialekte gesprochen. Es ist faszinierend, dass 50 km von Pfaffenhofen entfernt schon eine andere Dialektform als bei uns gesprochen wird. Zusätzlich zum Plakat habe ich Sprachaufnahmen von verschiedenen Dialekten gemacht. Es war interessant zu hören, wie sich ein Satz so unterschiedlich anhören kann. Die Arbeit hat mir viel Spaß gemacht, da man die Vielfalt der Menschen und der deutschen Sprache erkennt. Unsere vielfältigen Dialekte sind kostbar und ich hoffe, dass sie uns noch lange erhalten bleiben.
Maximilian

Für miniLEAP habe ich mich mit dem Thema „ Die Azteken – eine Hochkultur?“ beschäftigt.
Interessant fand ich herauszufinden, ob man die Azteken als Hochkultur einordnen kann. Im Geschichtsunterricht haben wir bereits die alten Ägypter als Hochkultur besprochen. Besonders Spaß gemacht hat mir, mit den verschiedenen Quellen für mein Thema zu arbeiten. Ich habe dazu 6 Bücher gelesen und mir die CD „Geo-lino Extra: Maya, Inka und Azteken“ angehört. Daraus habe ich meine Powerpoint-Präsentation erarbeitet und die 3 Völker miteinander verglichen. Jetzt freue ich mich, dass ich so viele interessante Aspekte über die Azteken, Inkas und Mayas weiß.
Julia

Mein Thema war die Entwicklung des Brettspiels „Quidditch, das Harry Potter-Spiel“. Interessant fand ich die vielen Aspekte, die man dabei berücksichtigen musste, sowie die Gestaltung des Spielfelds und der Spielkarten. Besonders Spaß gemacht haben mir die vielen Testspiele auf dem Weg zum fertigen Spiel.
Anna

Ich habe eine Broschüre zum Thema „Griechische Götter und Helden“ erstellt. Sie hat 20 Seiten. Interessant fand ich, dass es zu jedem Gott bzw. Held eine spannende Geschichte gibt und wie sich die damaligen Menschen die griechische Götterwelt vorgestellt haben. Besonders Spaß gemacht hat mir das Zusammenfassen der Geschichten von verschiedenen Göttern und Helden. Viele der Bilder habe ich selbst gezeichnet, was auch Freude gemacht hat. Ich war sehr stolz, als ich meine fertige gebundene Broschüre in den Händen gehalten habe.
Helene

Mein Thema war „Alltag im antiken Rom“. Mich hat überrascht, dass doch vieles, das die Römer hatten oder sogar erfunden haben, auch bei uns noch zu finden ist. Besonderen Spaß hat mir das Suchen der Informationen gemacht, ich habe so viel Neues gelernt!
Veronika

Mein Thema war der Einfluss des Lateinischen auf die deutsche Sprache. Besonders interessant fand ich, wie viele Dinge übernommen wurden, bei vielen Wörtern erkennt man es nicht auf den ersten Blick, aber findet es mit etwas Nachdenken schnell heraus. Besonders Spaß gemacht hat mir der Teil, in dem ich auf den bayerischen Dialekt eingegangen bin.
Konstanze

Ich hatte das Thema „Vulkane“. Am meisten hat mir Spaß gemacht, den Vulkan, welcher ein Nachbau des Vesuv ist (1:1000 ist der Maßstab. Der Vesuv ist 1281 Meter hoch), mit Hilfe von guten Bekannten zu bauen. Besonders interessant fand ich, wie viel man über Vulkane, deren Umwelt, Geschichte etc. erzählen und herausfinden kann. Ich habe etwa 30 Stunden von der Planung bis zur Fertigstellung des Modells gebraucht und es hat sehr viel Spaß gemacht.
Xaver

Ich fand das Thema „Erdbeben“ sehr interessant, ich habe vieles gelernt und habe gemerkt, wie viel man über Erdbeben erzählen kann. Besonders hat mich fasziniert, was für Naturgewalten Erdbeben sind.
Linus

Ich habe das Thema „Wind“ ausgewählt, weil mich Naturgewalten faszinieren. Von ihnen habe ich den Wind gewählt, weil man ihn nicht lenken, fassen oder verhindern kann. Wasser kann in Kanälen geleitet oder durch Deiche ausgesperrt werden, gegen Blitze gibt es Blitzableiter, Feuer kann man löschen, aber gegen Winde und Stürme gibt es kein Mittel. Stürme gehören zu den gefürchtetsten Wetterphänomenen. Am interessantesten bei der
Projektbearbeitung fand ich die vielen verschiedenen Arten von Winden und Stürmen und die Windnutzung früher und heute.
Tabea

Mein Thema war: Das Vereinigte Königreich (= United Kingdom, UK). Besonders gut hat mir gefallen, dass man selber zu einem bestimmten Thema recherchieren durfte und sich damit über einen langen Zeitraum befassen durfte. Über die Entstehung und die Weiterentwicklung des Vereinigten Königreichs zu recherchieren, war wirklich interessant und war sehr lehrreich. Insgesamt hat es mir sehr viel Spaß gemacht und ich fand es ein sehr schönes Projekt.
Felix

Mein Thema war London. Interessant fand ich die Geschichte und die vielen Sehenswürdigkeiten von London. Besonders gefallen hat mir, Informationen über die Sehenswürdigkeit herauszufinden. Ich habe zum ersten Mal PowerPoint genutzt und es hat mir viel Spaß gemacht.
Pia

Mein Thema war: „Die Tower Bridge – ein Meisterwerk der Architektur“. Da ich sehr gerne zeichne, habe ich mir überlegt, ein Bild der Brücke zu gestalten, gleichzeitig wollte ich mich auch über sie informieren, weshalb ich noch eine kurze Arbeit geschrieben habe. Das Zeichnen hat mir besonders viel Spaß gemacht, da ich gleichzeitig etwas über den Aufbau und die Architektur der Tower Bridge gelernt habe. Unterstützt in diesem Projekt hat mich Herr Schenk, vielen Dank dafür!
Laura

Mein Thema war das Schreiben einer Geschichte. Die Idee dazu hatte ich auf Youtube bekommen, wo ich mir ein Longboard-Tour Video-angeschaut hatte; ich schrieb eine Geschichte mit meinen Lieblingsyoutubern. Die Zeit, die ich dafür ungefähr gebraucht habe, waren vier Monate, und es war sehr spaßig, daran zu schreiben.
Michelle

Mein Thema war Australiens Tierwelt. Ich stelle nicht nur die ein paar Tiere näher vor, sondern auch die Gefahren der Tiere. Zu den Gefahren zählt u.a. der Klimawandel, der ein eine große Rolle in meiner Bearbeitung spielt. Zur Veranschaulichung des Themas habe ich eine PowerPoint –Präsentation erstellt, was mir besonders Spaß gemacht hat.
Lisa

Ich habe mich mit dem Thema „Buschbrände in Australien 2019/2020“ befasst. Ich fand alles sehr interessant. Erschreckend war für mich, zu sehen, wie stark Australien bereits vom Klimawandel betroffen ist und wie wenig die dortige Politik gegen den Klimawandel unternimmt. Ich finde es erstaunlich, wie viel Material ich zu dem Thema gefunden habe, was ich mir zu Beginn nicht vorstellen konnte. Ich hatte besonders viel Spaß dabei, die Informationen zusammen zu suchen und viel über das Thema zu lesen.
Maren

Mein Thema war: die Aborigines. Interessant fand ich, wie viele Sprachen dort noch gesprochen werden, und die Kultur. Besonders Spaß gemacht hat mir, das Plakat zu gestalten.
Milla

Mein Thema war die Geschichte der Geometrie. Ich habe die wichtigsten Fortschritte und Personen in einem Text zusammengefasst. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, verschiedene Quellen und Fotos zu recherchieren und meinen Text zu gestalten. Es war sehr Interessant, sich mit den verschiedenen Entwicklungen und Persönlichkeiten auseinanderzusetzen.
Sulaiman

Mein Thema war Fantasiezeichnen. Interessant an meinem Thema fand ich, dass jeder auf seine eigene Weise Fantasie zeichnet. Spaß gemacht haben mir all die Recherchen. Ich habe erfahren, welche Programme beim Fantasiezeichnen helfen können. Ich habe eine Präsentation erstellt: Ich habe berühmte Fantasiefiguren eingefügt, die Art, wie man Dinge zeichnet, in nur vier Schritten erklärt, eine Beschreibung zu den verschiedenen Bleistiftarten erstellt und in nur drei Schritten 3D-Zeichnen beschrieben. Außerdem habe ich viele eigene Zeichnungen von mir eingefügt.
Lara

Mein Thema war „LEGO-Brücken – welche Brückenart ist am belastbarsten?“. Ich habe bei diesem Projekt unterschiedliche aus LEGO gebaute Brücken auf ihre Belastbarkeit getestet. Interessant fand ich, dass die Brücken so belastbar waren, nämlich bis zu 25 kg. Besonders Spaß gemacht hat mir das Testen der Brücken.
Luke

Ich habe mithilfe des Rassberry PI – das ist ein Mini-Computer – eine Wetterstation mit Feinstaubsensor gebaut, um zu sehen, wie hoch die Feinstaubbelastung in der Umgebung ist. In einer PowerPoint-Präsentation habe ich das gesamte Projekt zusammengefasst und erklärt. Besonders Spaß hat mir das Auswerten der Daten und das Erstellen der PowerPoint-Präsentation gemacht.
Noah

Meine Arbeit ging über die Geografie von Jordanien. Mir hat besonders gefallen, dass das Land so vielfältig ist. Sehr interessant fand ich die Themen „Relief“ und „Wasserversorgung“, da es sehr viele verschiedene Reliefs gibt und weil Jordanien so viele Flüchtlinge aufnimmt und versorgt, obwohl man sehr starke Wasserprobleme hat.
Tabea

Mein Thema war Napoleon Bonaparte. Am interessantesten fand ich dessen Aufstieg vom Kleinadel zum Kaiser Frankreichs. Besonders Spaß hat es mir gemacht, mich über Napoleons Charakter zu informieren.
Lea

Mein Thema war „Der menschliche Körper“. Ich habe die einzelnen Systeme des Körpers und somit seine Bestandteile beschrieben, indem ich sie jeweils in Allgemeines, Aufbau und Besonderheiten unterteilt habe. Ich fand es interessant, dass es so viel gibt, was man über dieses Thema herausfinden kann.
Samia

Mein Thema war: Genetische Störungen am Beispiel Down-Syndrom. Besonders interessant fand ich, wie komplex unsere Erbanlagen funktionieren und welche Auswirkungen schon kleinste Veränderungen auf die Entwicklung und Gesundheit des Menschen haben. Viel Freude hat mir das Anschauen von Dokumentationen über das Down-Syndrom bereitet, bei welchen ich Einblick in das Leben von Betroffenen erhalten habe.
Mairin

Wie entsteht ein Film? – Regisseur am SGP

Nach seiner Tätigkeit als Nachwuchsregisseur, Autor und Cutter beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk studierte Knut Karger an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). Von 2017 bis zu seinem Wechsel an die Fakultät für Design an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München zum Wintersemester 2019/20 war er Vizepräsident der HFF.
Neben seiner Dozententätigkeit dreht Prof. Knut Karger eigene Filme. Seine letzten Arbeiten „Für den Ernstfall“, „Was wird bleiben“ (Kinofilm) und „Warmzeit“ (Kinofilm) setzen sich kritisch mit unserer Gesellschaft auseinander.

2018/19 arbeitete er für den Bayerischen Rundfunk an einer zweiteiligen dokumentarischen Graphic Novel über die Geschichte des KZ Dachau, die er den Schülerinnen und Schülern des LEAP-Kreises in zwei Auszügen vorstellte. Im Gespräch lernten die Jugendlichen die Arbeitsweise eines professionellen Dokumentar-Filmemachers kennen, der ihnen ans Herz legte: „Trefft Entscheidungen! Im Leben kommt man nicht umhin, sich festzulegen. Sitzt Entscheidungen nicht aus, trefft sie!“
Übrigens: Zu sehen sind die beiden Filme, die unter dem gemeinsamen Titel „KL Dachau“ die zwölfjährige Bestandszeit des Lagers von 1933 bis 1945 nacherzählen, am 29. April 2020, dem Tag der Befreiung durch die US-Armee vor 75 Jahren, um 22.00 Uhr und 22.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen.

Text und Foto: Annette Wörmann

Augustinus-Experte am SGP

Diesmal reiste der Referent aus Nordrhein-Westfalen an. Dort ist er unter anderem in der fachdidaktischen Ausbildung angehender Lateinlehrerinnen und -lehrer tätig. Zudem hat er einen Lehrauftrag an der LMU München; sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der römischen Briefliteratur und auf Augustinus. Der Name des Gastredners: Studiendirektor Dr. Hans-Joachim Häger.
Wer war Augustinus? Und wie dachte, ja, wie fühlte dieser Philosoph und Theologe, der das Denken des Abendlandes wesentlich prägte? Antwort darauf erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Begabtenkreises sowie interessierte Schülerinnen und Schüler aus den Latein- und Religionskursen der Oberstufe durch Besprechen von dessen Werk Bekenntnisse (Confessiones), das trotz seiner theologischen Färbung gleichsam den Schlüssel zum Menschen Augustinus darstellt.
„Was macht die Confessiones ansprechend für Sie?“, fragte Dr. Häger abschließend in die Runde. „Augustinus’ Mut, quer zu denken“, gab ein Schüler an, „dass es menschlich ist, zu fallen und Fehler zu machen“, sagte ein anderer. Und damit hallte Karl Jaspers Diktum über Augustinus, der sich wie kein zweiter antiker Autor in seinem Werk derart geöffnet hat, nach: „Nie vorher hatte der Mensch so vor seiner eigenen Seele gestanden.“

Text und Foto: Annette Wörmann

Revolution am Himmel

Fliegende Autos – das gehörte bis vor Kurzem noch ins Reich der Science Fiction. Heute sind die ersten in der Luft, und die Einsatzmöglichkeiten reichen vom Spielzeug für Millionäre bis zum Hubschrauber-Ersatz für Polizei, Feuerwehr und Militär. Während die Aero-Taxis noch in der Entwicklungsphase stecken, fliegen Drohnen schon durch die Welt. Sie sind beliebte Geschenke für Hobbypiloten und mittlerweile unentbehrlich für Filmcrews, sie werden aber längst auch kommerziell genutzt. Der Paketdienst aus der Luft ist bereits getestet. In Afrika lässt ein Start-up Medikamente in entlegene Gebiete fliegen, in Norwegen bringt ein autonomes Fluggerät einen Defibrillator zu Herzpatienten in der Provinz, in Singapur gibt es Restaurants, in denen Drohnen das Essen an den Tisch bringen.
 „Der Markt explodiert gerade“, erklärte Prof. Dr. Florian Holzapfel den  Teilnehmern des LEAP-Kreises. Immer wieder forderte er chemisches, physikalisches und mathematisches Know-how von den Jugendlichen ein. Schließlich rief er ihnen zu: „Ihr lebt in einer Zeit voller rasanter Veränderungen. Schaut nicht einfach zu! Gestaltet eure Welt! Bringt euch ein!“
Man findet den Ingenieur, der Fluggeräte für alle Lebenslagen entwickelt, am Lehrstuhl für Flugsystemdynamik im Forschungszentrum Garching.

Text und Foto: Annette Wörmann

Die Kunst der Renaissance in Florenz

Nirgends lässt sich der Renaissance und ihrer Kunst so gut nachspüren wie in der Stadt am Arno. Das Europa der Neuzeit entstand in Florenz, der Metropole von Handel und Kapital. Die klare Rationalität des Architekten
Brunelleschi, die heroischen und zugleich zutiefst menschlichen Figuren der Bildhauer Donatello oder Luca della Robbia, die neue Lebensnähe und erzählerische Kraft in den Malereien von Masaccio, Fra Angelico oder Botticelli – auf Schritt und Tritt erlebt man in Florenz, wie sich das, was der Kulturhistoriker Jacob Burckhardt „die Entdeckung der Welt und des Menschen“ nannte, in der Kunst des 15. Jahr­hunderts abspielte.

Mit grenzenlosem Selbstvertrauen bricht der Mensch jener Zeit auf zu neuen Ufern und revolutioniert Kunst, Kultur und Wirtschaft. Kulturelle Eliten – wie etwa die Medici – sorgen für einen einzigartigen Modernisierungsschub.
Innerhalb weniger Jahrzehnte entstehen grandiose Bauwerke, Gemälde und Kunstwerke, die zu den bedeutendsten der Menschheit gehören.

Im Vortrag von Dr. Katia Marano, die als Kunstvermittlerin an den Pinakotheken Münchens arbeitet, wurden Teilnehmen des Begabtenkreises und interessierten Schülern des Kunst-Additums Florenz und seine Maler vorgestellt – stets mit Blick auf den engen Zusammenhang von Kunst, Geschichte, Politik und Soziologie.

Text und Foto: Annette Wörmann

Europa – we are one

Wofür brenne ich? Wo steht Europa? Diese und viele weitere Fragen durften wir uns an einem Oktoberwochenende bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing stellen. Frau Wörmann hatte uns auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht.
Viele interessante Referent/innen wie der Feminist Vincent Immanuel Herr, der sich dafür einsetzt, dass jeder EU-Bürger zu seinem 18. Geburtstag ein Interrail-Ticket geschenkt bekommt, um die europäische Identität zu stärken, haben von ihren Projekten und ihrer Sicht auf Europa erzählt. Ihre und die Gedanken anderer haben uns bewegt, und in Diskussionsrunden konnten wir uns mit anderen Jugendlichen austauschen und neue Freundschaften schließen.

Text: Luisa Dietsch, Ronja Wimmer, Q11
Foto: Ronja Wimmer, Q11

1 von 4000 in Deutschland zugelassenen Patentanwälten am SGP

Im Rahmen der monatlichen LEAP-Vorträge, die von allen interessierten Schülern der Jahrgangsstufen 9 bis 12 besucht werden können, stellte Thomas Liebl sich und seine Arbeit als Patentanwalt vor.
Anhand von vielfältigem Anschauungsmaterial – Gesetzesbüchern, einer Patentanwaltsrobe, einem Schriftstück zur Patentanmeldung, bereits patentierten Gegenständen wie einer Hüftabspreiz-Orthese oder einem Rühraufsatz für Bohrmaschinen – wurde schnell klar, dass ein Patentanwalt als Dolmetscher zwischen Erfinder und Patentamt, zwischen Technik und Recht fungiert. An dieser Schnittstelle leisten Patentanwälte folglich einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Innovationsdynamik in Deutschland und Europa: Sie wissen, was technisch und rechtlich möglich ist.
Was macht ein Patentanwalt? Ein Patentanwalt berät und vertritt Mandanten auf dem Gebiet einerseits des Patent-, des Marken- und Designrechts, andererseits auf dem Gebiet des Sortenschutz- und Halbleiterschutzrechts. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Vertretung in Verfahren vor den Patent- und Markenämtern und den zuständigen Gerichten.
Wie wird man Patentanwalt? Ein abgeschlossenes naturwissenschaftliches oder technisches Hochschulstudium, etwa in den Fächern Elektrotechnik, Maschinenbau, Physik, Chemie oder Biologie, ist erforderlich. Darauf folgt eine mehrjährige juristische Zusatzausbildung in Theorie und Praxis.
Warum gibt es Patentanwälte? Schon bald nach der Gründung des Kaiserlichen Patentamts im Mai 1877 stellte sich heraus, dass für die komplexen technischen Sachverhalte im Patentwesen besonders qualifizierte Fachleute benötigt werden, die neben den juristischen Fragen auch in der Lage sind, die technischen Zusammenhänge der Erfindungen zu verstehen.
Thomas Liebl ist Deutscher und Europäischer Patentanwalt sowie Europäischer Marken- und Designanwalt. Er ist seit 2008 Partner in der Kanzlei Neubauer Liebl Bierschneider.

Text und Fotos: Annette Wörmann

Ein Journalist aus Leidenschaft – Werkstattgespräch mit Klaus Ott

LEAP-Schüler und weitere interessierte Jugendliche stellten eine gute Stunde lang Fragen, Klaus Ott antwortete: Wem kann man noch glauben? Wie lassen sich Fake News von harten Informationen unterscheiden? Wer prüft, was richtig ist? Wie arbeiten Redaktionen bei Medien wie der Süddeutschen Zeitung? Was beinhaltet der sog. Pressekodex? Welche Aufgaben hat der Presserat? Braucht es Mut, in Deutschland Journalist zu sein?
Klaus Ott – SZ-Redakteur – gab Einblick in die Arbeitsweise von Journalisten, die ihre Aufgaben und ihren Beruf ernst nehmen.

Text und Foto: Annette Wörmann

Herbstuniversität: Vom Genotyp zum Phänotyp

Teil der Veranstaltungen der „Herbstuniversität“, die jährlich im Rahmen des Programms „Schülerinnen forschen“ an der TUM stattfinden, war heuer das Untersuchen der eigenen Gene zur Wahrnehmung bitterer Geschmacksstoffe.

In diesem Kurs wurde zuerst aus Zellen der eigenen Mundschleimhaut DNA extrahiert, die dann mithilfe der PCR-Methode in einem Thermocycler vervielfältigt wurde. Diesen vervielfältigten DNA-Fragmenten konnte jede Teilnehmerin daraufhin ein spezielles Enzym (Restriktionsenzym) mit einer Pipette hinzufügen. Dieses zerteilt das DNA-Fragment, sobald es eine bestimmte Reihenfolge von Basen vorweist. Diese bestimmte Reihenfolge unterscheidet einen „Schmecker“, der Bitterstoffe wahrnimmt, von einem „Nicht-Schmecker“. Durch die Gelelektrophorese konnte man anschließend feststellen, ob man selbst ein „Schmecker“ oder „Nicht-Schmecker“ ist.

Um auch die zuvor im Labor durchgeführten Schritte besser verstehen zu können, haben alle Teilnehmerinnen ein Erklärvideo zur PCR-Methode und zur Gelelektrophorese gedreht.

Nach diesem spannenden Tag an der TUM kann ich das Programm der „Herbstuniversität“, auf das ich durch LEAP aufmerksam gemacht wurde, auf jeden Fall für interessierte Schülerinnen weiterempfehlen. Nicht nur im Bereich Biologie/Chemie gibt es spannende Themen. Auch im Bereich Mathematik, Physik, Sport etc. werden zahlreiche Forschungsthemen für Schülerinnen angeboten.

Text und Foto: Lisa Fleischhauer, 10B

Text und Foto: Lisa Fleischhauer, 10B

Ein frischer Blick auf Afrika

„Afrika – das sind 54 komplett verschiedene Länder“, rief Dr. Kundri Böhmer-Bauer der jungen Hörerschaft zu.
Die externe Expertin, die im Rahmen der Begabtenförderung für einen Vortrag ans SGP gekommen war, griff vorhandenes Wissen auf und beleuchtete unter anderem folgende Aspekte: die moderne Vielfalt Afrikas, seine Geografie, seine Gestalter von Geschichte und Geschichten, die Rolle Deutschlands in Afrika, Flucht und Migration sowie Entwicklungshilfe. Das mitgebrachte Bildmaterial war ebenso beeindruckend wie die Schilderung persönlicher Reiseerlebnisse. Und so gelang ein frischer Blick auf Afrika.
Zur Person:
Dr. Kundri Böhmer-Bauer studierte Ethnologie, Psychologie sowie Theologie und promovierte über afrikanische Königreiche an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach vier Jahren in der Afrikaabteilung des Münchner Völkerkundemuseums, heute Museum Fünf Kontinente, war sie beruflich in zahlreichen Ländern Afrikas, des Nahen und Mittleren Ostens sowie Südostasiens unterwegs. Seit 2003 arbeitet sie als interkulturelle Trainerin mit Fokus auf Sicherheitsseminaren für Krisenregionen, die für Mitarbeiter international agierender Unternehmen konzipiert sind.

Text und Foto: Annette Wörmann

Schülerakademie in Litauen

Litauen ist ein kleiner baltischer Staat mit nicht einmal 3 Millionen Einwohnern. Im Westen grenzt Litauen an die Ostsee, dort befindet sich die Kurische Nehrung. Und dort, auf ebendieser Nehrung, befindet sich ein beliebter Urlaubsort mit ca. 1.500 Einwohnern, Nida. Hier findet Jahr für Jahr die Summer Session der Nationalen Schülerakademie Litauens statt. Jedes Jahr haben dabei 20 deutsche Schüler die Möglichkeit, an der Economics Section der Akademie teilzunehmen. Als ich mich im Februar für die Deutsche Schülerakademie bewerben durfte, weckten die Programme im Ausland sofort mein Interesse, vor allem eben das litauische. Das Glück, das ich hatte, letztendlich teilnehmen zu dürfen, konnte ich mir in diesem Moment noch gar nicht vorstellen.
Ich habe so viele unglaubliche Menschen treffen dürfen. Die deutschen Schüler, eine bunt gemischte Truppe aus ganz Deutschland, waren im Alter von 16 bis 21 Jahren und kamen vom ersten Moment an perfekt miteinander aus. Und dann waren da noch die litauischen Schüler in der Economics Section, also während der vormittäglichen Lectures zu sechst in der Unterzahl, am Nachmittag bei den persönlichkeitsbildenden Aktivitäten, in meinem Fall Chor, klar in der Überzahl. Alle waren unglaublich offen und haben uns Deutsche immer willkommen geheißen. Abends saßen wir zusammen am Strand oder am Steg, haben gesungen, getanzt und Spiele gespielt. Das Gemeinschaftsgefühl war unbeschreiblich.
Natürlich gab es nicht an jedem der 11 Tage nur Lectures, an zwei Tagen haben wir Exkursionen gemacht zu verschiedensten Unternehmen, zum Beispiel Dancerbus, einem Startup, oder dem Hafen von Klaipėda. Auch ein Besuch im Kletterwald und eine ganztägige Wanderung durch die besondere Natur der Nehrung durften nicht fehlen. Die Dünen, die Wälder, das Meer, all das beeindruckte uns genauso sehr wie Thomas Mann, an dessen Sommerhaus wir vorbeiwanderten und den Italienblick bewunderten.
Auch an Gruppenarbeiten durfte es nicht fehlen, die durch die Ideen der motivierten Teilnehmer durchaus inspirierend sein konnten. Dabei hatten die Ergebnisse durchaus Relevanz, so sollten wir den besuchten Unternehmen Feedback geben und Lösungen für politische Probleme der Gemeinde finden. Meine Gruppe arbeitete an der Frage, wie man den Sporttourismus auf der Nehrung ganzjährig erhöhen könnte; am Ende präsentierten wir die Ergebnisse sogar vor dem Bürgermeister.
Die letzte Nacht wurde dann durchgemacht, erst gab die Music Section zusammen mit dem Chor ein Konzert, dann wurden am Strand die Sterne beobachtet, bis wir schließlich von der Düne aus, mit Blick auf Nida, den Sonnenaufgang sahen. Dementsprechend unwirklich fühlte sich der Tag der Abreise an.

Die Schülerakademie war so eine außergewöhnliche Erfahrung, dass alles, was ich zu den interessanten Vortragenden aus der internationalen Wirtschaft, zu den wunderbaren Organisatoren und auch zu den anderen Teilnehmern sagen kann, AČIŪ (DANKE) ist.
 

Text und Fotos: Charlotte Schnell, Q12