Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

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Konzept zur Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

(Stand: Oktober 2018)

 

 

1. Leitsätze

Die Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule hat zum Ziel, jedes Kind in seiner schulischen und persönlichen Entwicklung zu fördern. Lehrkräfte und Eltern streben eine Erziehungspartnerschaft auf Augenhöhe an mit der beiderseitigen Akzeptanz der jeweiligen Kompetenzen und Aufgabenbereiche und mit dem Ziel der gegenseitigen Unterstützung. Gegenseitiger Respekt und ein Klima des Willkommenseins sind dafür unabdingbar. Der Aufwand für einzelne Aktivitäten der Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule muss in einem angemessenen Verhältnis zum „Mehrwert“ stehen.

2. Schulspezifische Gegebenheiten

Das Schyren-Gymnasium ist ein naturwissenschaftlich-technologisches und sprachliches Gymnasium. Es gehört zu den großen Gymnasien in Bayern und fördert Schülerinnen und Schüler besonders im MINT- wie auch im musischen Bereich (z.B. Forscher- und Streicherklassen, Theatergruppen, Vororchester und Orchester, Unterstufenchor und Großer Chor, Autorenlesungen).
Die Elternschaft kann mehrheitlich als anspruchsvoll und bildungsaffin gekennzeichnet werden. Es gibt einen relativ hohen Anteil akademisch geprägter Familien, häufig verbunden mit der Berufstätigkeit beider Elternteile. Die Schule betreibt eine Offene Ganztagsschule. Der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit einem auch sprachlich relevanten Migrationshintergrund ist eher gering.
Seit Jahren kann die Schule auf einen Elternbeirat bauen, der in hohem Maße bereit ist, sich für die Interessen der Schule einzusetzen und sie zu unterstützen. Deshalb ist die Einbindung des Elternbeirats in Fragen der Schulentwicklung und der internen Evaluation sowie seine Teilnahme an Arbeitskreisen (z.B. Arbeitskreis „Wertschätzung“) eine Selbstverständlichkeit.

3. Ziele und Maßnahmen

Die Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung einer differenzierten Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule am Schyren-Gymnasium sind nach unterschiedlichen Qualitätsbereichen geordnet. Wenn von „Schülern“ die Rede ist, sind „Schülerinnen und Schüler“ gemeint.

Qualitätsbereich Gemeinschaft

Ziele:

  • Alle Schüler, Eltern und Lehrkräfte fühlen sich an der Schule willkommen.
  • Eltern, Lehrkräfte und Schüler tragen gemeinsam zur Gestaltung der Schule als Lebensraum bei und stärken so die Identifikation mit dem Schyren-Gymnasium.

Maßnahmen:

  •  Informationen über die Schule
    • Informationsnachmittag für die zukünftigen Fünftklässler und ihre Eltern: u.a. Schulhausführungen durch Schüler, Vorstellung der Fachschaften und der Offenen Ganztagsschule, Musikaufführungen, Verpflegungsstand des Elternbeirats, allgemeine Informationen der Schulleitung, Informationen zur Streicher- und Forscherklasse
    • Begrüßungsmappe für die Schüler der Jahrgangsstufe 5
    • vor allem für Erstkontakte wichtig: Eltern können auf der Website der Schule (www.schyren-gymnasium.de) neben aktuellen Berichten und Hinweisen zu Unterricht und Schulleben Fotos der Sekretärinnen finden
  •  Informelle Kontakte
    • vom Elternbeirat organisiertes Elternfrühstück am ersten Schultag für die Eltern der neuen Fünftklässler
    • Zusammenkunft von Lehrkräften und Eltern anlässlich der Allgemeinen Elternsprechtage Anfang Dezember (mit Weihnachtsbasar der SMV) und Anfang Mai, ebenso anlässlich besonderer Schulveranstaltungen
    • Begrüßung der Eltern durch Schüler der Oberstufe und ein Mitglied der Schulleitung bei den Elternsprechtagen
    • Schulfeste zu verschiedenen Anlässen bzw. mit verschiedenen Schwerpunkten
    • geplant: regelmäßige Sommerfeste (Organisation: SMV, Schulleitung, Elternbeirat)
  • Schule als Lebensraum
    • Projekt zweiter Büchersatz in den Jahrgangsstufen 5 und 6 (Organisation: Elternbeirat)
    • mit Bildern versehene Elternsprechzimmer, für die Eltern stehen Getränke bereit (Organisation: Elternbeirat)
    • Mitwirkung von Mitgliedern des Elternbeirats in der Jury des Projekttags im Juli
    • Konzerte, Theateraufführungen, Autorenlesungen für die Schulgemeinschaft
    • projektbezogene Veranstaltungen einzelner Arbeitskreise, z.B. Mandacaru, für die Schulgemeinschaft
    • regelmäßige Vorträge zu pädagogischen Fragestellungen (Organisation: Schulleitung und/oder Elternbeirat
  • finanzielle Unterstützung der Eltern (z.B. Kosten für Schülerfahrten) und der Schule (z.B. Klassenfahrten, besondere Projekte) durch den Elternbeirateranstaltungen einzelner Arbeitskreise, z.B. Mandacaru, für die Schulgemeinschaft

Ausblick:

Durch die zahlreichen gemeinsamen Veranstaltungen ist eine regelmäßige, zwanglose und vor allem problemunabhängige Begegnung zwischen Lehrkräften und Eltern möglich, so dass der Qualitätsbereich „Gemeinschaft“ durchweg sehr positiv wahrgenommen wird. Handlungsbedarf besteht insofern, als bei den Eltern – ebenso wie bei den Lehrkräften – eine breitere Beteiligung an schulischen Veranstaltungen erreicht werden sollte. Geplant ist ferner die Stärkung der „Corporate Identity“ durch „Corporate Design“, z.B. Bekleidung mit Schullogo (Erarbeitung in den Schuljahren 2017/18 und 2018/19 durch ein P-Seminar)

Qualitätsbereich Kommunikation

Ziele:

  •  Die Kontaktaufnahme und der Austausch zwischen Schulleitung und Lehrkräften einerseits, den Eltern andererseits sollen so effektiv wie möglich sein und so zur Sicherung des schulischen Erfolgs des Kindes beitragen.
  • Schulleitung und Lehrkräfte initiieren und pflegen Kontakte zu den Eltern selbstbewusst und führen Elterngespräche sicher, partnerschaftlich und lösungsorientiert, um
    • eine Begegnung auf Augenhöhe und gegenseitiges Verständnis zu ermöglichen und die Eltern, falls erforderlich, zur weiteren Kontaktaufnahme einzuladen,
    • auch schwierige Gespräche positiv und wertschätzend zu gestalten
  • Die Schulgemeinschaft als Ganzes fühlt sich einer Haltung der Achtsamkeit und Gesprächsbereitschaft verpflichtet und ist stets bemüht, diese in der täglichen Arbeit zum Ausdruck zu bringen.
  • Durch kontinuierlichen Informationsfluss wird sichergestellt, dass die Eltern über Angelegenheiten der Schule und den Leistungsstand ihres Kindes stets ausreichend unterrichtet sind.

Maßnahmen:

  •  in Bezug auf den Elternbeirat:
    • regelmäßige Teilnahme des Schulleiters und des Stellvertretenden Schulleiters an den Elternbeiratssitzungen mit festem Tagesordnungspunkt „Bericht der Schulleitung“
    • Zusammenarbeit im Schulforum
    • Beteiligung des Elternbeirats
    – an Lehrerkonferenzen bei Bedarf
    – an schulischen Veranstaltungen, z.B. Informations- und Verpflegungsstand bei Sprechtagen und Elternabenden
  • in Bezug auf die Eltern:
    • in den Jahrgangsstufen 5 bis 10 drei Leistungsstandsberichte im Schuljahr (Ende November / Mitte Februar / Ende April) mit differenziertem Notenbild pro Fach
    • Schul-Website www.schyren-gymnasium.de: umfassende Neugestaltung im Schuljahr 2017/18, aktuelle Berichte und grundlegende Informationen inklusive Verlinkungen, regelmäßige Aktualisierung
    Schyren-Info: gemeinsame Zeitschrift der Schulleitung und des Elternbeirats mit Berichten zum Schulleben, Erscheinungsweise einmal pro Schulhalbjahr
    • Einsatz des passwortgeschützten Elternportals als Informations- und Kommunikationsplattform, u.a.:
    – Einsicht in den Stundenplan, den Vertretungsplan, das Sprechstundenverzeichnis und den aktuellen Schulaufgabenplan für jeden Schüler
    – Überblick über die Kontaktmöglichkeiten zum Elternbeirat, zur Schulpsychologin, zur Beratungslehrerin, zu Ansprechpartnern für Auslandsaufenthalte, Schüleraustausch und Schullandheim usw.
    – Einsicht in Elternbriefe, Rundschreiben und Veranstaltungshinweise („Schwarzes Brett“) der Schulleitung in chronologischer Reihenfolge
    – Einsicht in wichtige schulische Regelungen (z.B. Hausaufgabengrundsätze, Bestimmungen zu den Leistungserhebungen)
    – Versenden von Krankmeldungen und Anträgen auf Unterrichtsbefreiung
    – Kontaktaufnahme zu Lehrkräften und Schulleitung
    – Mitteilung von Adressänderungen
    – Suche nach Fundsachen
  • bei individuellem Beratungsbedarf:
    • Informationsveranstaltungen und Elternabende für bestimmte Jahrgangs-stufen und zu einzelnen Themen
    • wöchentliche Sprechstunde der Lehrkräfte, die bei Bedarf flexibel gehandhabt wird, sowie Telefonsprechstunde
    • zwei Allgemeine Elternsprechtage nach Ausgabe des ersten bzw. dritten Leistungsstandsberichts: Terminbuchung im Voraus im Elternportal, auf Grund der Größe des Lehrerkollegiums „Zwei-Schichten“-System (Sprechzeiten von 15:30 Uhr – 18 Uhr bzw. von 18 Uhr – 20:30 Uhr)
    • Elternabend und zusätzlicher Sprechabend für die Jahrgangsstufe 5
    • Klassenelternabende der Jahrgangsstufen 6 bis 10: an einem Abend zeitversetzt; viele Lehrkräfte stellen sich und ihr Fach den Eltern vor; besonders in der Unterstufe wird auf Fragen der Unterrichtsvorbereitung und spezifische Anforderungen eingegangen
    • regelmäßige Sprechstunden (eigener Raum) und Beratungsangebote der Schulpsychologin und der Beratungslehrerin

Ausblick:

Ein breites Repertoire an Austauschmöglichkeiten zwischen Schule und Elternhaus ist etabliert, sodass die Ziele im Wesentlichen erreicht wurden. Geplant ist ein umfassenderes Angebot an schulinternen Lehrerfortbildungen zur Professionalisierung der Gesprächs- und Beratungskompetenz der Lehrkräfte. Schulaufgabentermine sollten noch früher in den Kalender eingetragen werden, außerdem soll noch besser auf eine angemessene Verteilung im Schuljahr geachtet werden. Über die Verbesserung des Sprechstundenangebots im Hinblick auf die Berufstätigkeit der Eltern soll weiter nachgedacht werden.

Qualitätsbereich Kooperation

Ziele:

  • „No child left behind“: Der Einzelne soll in der Masse der Schüler nicht untergehen.
  • Inklusion: In irgendeiner Form benachteiligte Schüler sollen optimale Unterstützung erhalten.
  • Begabtenförderung: Besonders leistungsstarke Schüler sollen besonders gefördert werden.

Maßnahmen:

  • im Rahmen des Schulentwicklungsprogramms:
    • Arbeitskreise „Lernen lernen“ (Lehrkräfte) zur Ausarbeitung eines entsprechenden Curriculums für die Jahrgangsstufen 5 und 10
    • Arbeitskreis „Lernumfeld gestalten“ (Lehrkräfte, Schüler)
    • Arbeitskreis „Wertschätzung“ (Lehrkräfte, Eltern, Schüler): z.B. Lobleitfaden, ZfU, Schulleiterstunde
  •  im Schulalltag:
    • kontinuierliche Hinweise im Elternportal und in Beratungsgesprächen auf Möglichkeiten
    – der Förderung leistungsschwacher Schüler: z.B. Nachhilfe („Schüler helfen Schülern“), freiwillige Intensivierung, individuelle Lernzeit
    –  der Sprachförderung für Schüler mit Migrationshintergrund (insbesondere in der Jahrgangsstufe 5)
    –  der Förderung leistungsstarker Schüler: z.B. schulinterner Arbeitskreis LEAP, Projekt „Unitag“
    –  geplant: Ausweitung der Begabtenförderung auf Schülerinnen und Schüler der unteren Jahrgangsstufen mit der Implementierung des Projekts MiniLEAP im 2. Halbjahr des Schuljahrs 2018/19
    • Jahrgangsstufenversammlung zur Information über Auslandsaufenthalte in der Jahrgangsstufe 9
    • Beratungsangebote der Schulleitung, der Lehrkräfte, der Schulpsychologin und der Beratungslehrerin im Einzelfall, gegebenenfalls auch in Form eines Dreiergesprächs mit Eltern und Schüler
    • Projekt „Eltern mit Kompetenzen“: Eltern stellen sich für Unterrichtsstunden, im P- und W-Seminar für Projekte oder im LEAP-Arbeitskreis als externe Experten zur Verfügung

Ausblick:

Vielfalt und Nachhaltigkeit der Informationen können verbessert werden. Ziele und Maßnahmen im Rahmen des Schulentwicklungsprogramms werden so weit wie möglich gemeinsam festgelegt und modifiziert. Förderangebote können angepasst werden. Ein Desiderat ist nach wie vor die Förderung der Jungen, die hinsichtlich schulischer Leistung und schulischem Verhalten gegenüber den Mädchen als „Bildungsverlierer“ gelten. Es geht u.a. um Fragen der Unterrichtsmethodik (stärkere Begeisterung der Jungen für die Unterrichtsinhalte) und der Lernmotivation. In der Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule sollte dieser Aspekt stärker in den Fokus gerückt werden.

Qualitätsbereich Mitsprache

Ziele:

  •  Lehrkräfte, Eltern und Schüler tragen gemeinsam zur Weiterentwicklung der Schule und des Schulprofils bei.
  • Die Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule wird über den Elternbeirat hinaus auf eine breitere Basis gestellt.

Maßnahmen:

  • Elternbeirat:
    • Diskussion schulischer Fragen in den gemeinsamen Sitzungen mit der Schulleitung, ggf. unter Hinzuziehung weiterer Mitglieder der Schulgemeinschaft oder externer Experten
    • Beteiligung am Schulforum sowie an Lehrerkonferenzen nach Bedarf
    • Beteiligung an der Ausarbeitung und Durchführung von Maßnahmen der internen Evaluation
    • insbesondere Einbeziehung in die schulspezifische Konzeption, Umsetzung und Evaluation des neuen G9
  • Klassenelternsprecher in allen Klassen der Jahrgansstufen 5 bis 10:
    • Wahl für ein Schuljahr als Bindeglied zwischen den Klasseneltern einerseits, den Klassenleitern, dem Elternbeirat und der Schulleitung andererseits
    • u.a. zwei Klassenelternsprecherversammlungen im Schuljahr mit Beteiligung des Schulleiters und des Stellvertretenden Schulleiters
  • (freiwillige) Teilnahme von Vertretern der Eltern an den im Rahmen der inneren Schulentwicklung gebildeten Arbeitsgruppen

Anmerkung:

Die Eltern haben verschiedene Möglichkeiten der Mitsprache in Fragen der Schulorganisation und -entwicklung. Wie im „Qualitätsbereich Gemeinschaft“, so ist auch hier eine breitere Beteiligung am Schulleben über den Elternbeirat hinaus nach wie vor wünschenswert. Es wird insbesondere darüber nachgedacht, das geringe Interesse der Elternschaft an der Elternbeiratswahl durch verstärkte Information und ein „attraktiveres“ Wahlverfahren zu steigern (Schuljahr 2018/19: Vorstellung der Kandidaten in Text und Bild im Elternportal, Wahlversammlung vor dem Beginn der Klassenelternversammlungen für die Jahrgangsstufen 6 bis 10).

4. Qualitätssicherung

Die Verwirklichung der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft am Schyren-Gymnasium wird regelmäßig evaluiert (z.B. Umfrage zur Organisation des Allgemeinen Elternsprechtags). Die letzte umfassende Evaluation, in die alle Lehrkräfte, Eltern und Schüler einbezogen waren, wurde von der Steuergruppe unter Beteiligung des Kollegiums, des Elternbeirats und der SMV erarbeitet und im Jahr 2017 digital durchgeführt. Die Ergebnisse sind in die aktuellen Ziele und Maßnahmen der inneren Schulentwicklung eingeflossen und u.a. beständiges Thema im Austausch zwischen Schulleitung und Elternbeirat.

Die Prozessschritte „Evaluation“ – „Überarbeitung“ – „Erprobung“ werden sich zukünftig wiederholen, sodass die Ausgestaltung der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft am Schyren-Gymnasium sich an veränderte Rahmenbedingungen und Bedürfnisse aller Beteiligten anpassen kann.

Pfaffenhofen, im Oktober 2018

gez. Dietmar Boshof, Schulleiter                              gez. Doris Brock, Vorsitzende des Elternbeirats