Religionslehre

Religionslehre

Was könnte mehr zum Leben ermutigen als eine Liebeserklärung? Ja, um eine Liebeserklärung Gottes handelt es sich bei der Aussage „Ich will, dass du bist“.

Herzlich willkommen
bei den Fächern Evangelische und Katholische Religionslehre

Religionsunterricht heißt

  • Zeit haben, über sich und das Leben nachzudenken – ein Umstand, der so nur in diesem Fach möglich ist
  • sich mit der eigenen Konfession (evangelisch – katholisch) auseinandersetzen
  • von anderen Konfessionen und Religionen (Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus) erfahren
  • verschiedene Sichtweisen diskutieren und dabei einen eigenen Standpunkt entwickeln
  • Toleranz gegenüber sich und Andersdenkenden einüben
  • unsere Kultur, unsere Geschichte, unsere Werte und Normen, die von der christlichen Religion geprägt sind, verstehen lernen

Evangelische und Katholische Religionslehre wird in allen Jahrgangsstufen zweistündig unterrichtet. Für jedes der Fächer gibt es einen eigenen Fachlehrplan. Ökumenische Gemeinschaftsprojekte werden gerne durchgeführt. Die im Unterricht verwendeten Lehrbücher sind modern und ansprechend gestaltet. Der Religionsunterricht hält vielfältige Angebote bereit: Experten-Vorträge, Kirchenerkundungen, Stadtführungen, Moschee- und Synagogenbesichtigungen, Museumsbesuche, soziale Aktionen, Wettbewerbe, Lesungen, Tage der Orientierung, Fantasiereisen, Entspannungsübungen und vieles mehr.

Pro Schuljahr werden vier Schulgottesdienste gefeiert, die von vielen Schülerinnen und Schülern engagiert vorbereitet und mitgestaltet werden. In der Advents- und Fastenzeit finden jeden Mittwochmorgen vor Schulbeginn kurze Meditationen im Meditationsraum statt.

Angesichts der steigenden Komplexität unserer Umwelt, der funktionalen Differenzierung der Gesellschaft und der zunehmenden weltanschaulichen Pluralität ist ein Religionsunterricht gefragt, der die Schülerinnen und Schüler innerlich reich macht und sie zum selbstständigen Gedankenflug anregt – eine von den Religionslehrkräften täglich aufs Neue leidenschaftlich übernommene Aufgabe, die sich (hoffentlich) für die jungen Menschen und für die Gesellschaft lohnt!

Text: H. Untch, A. Wörmann
Fotos: A. Wörmann

Märchentag am SGP

Ziel unseres P-Seminars „Märchen – Mythen – Legenden“ unter Leitung von Frau Wörmann war die Planung und Durchführung einer Veranstaltung zum Thema des Seminars.

Wir entschieden uns nach mehreren Vorträgen durch externe Experten für die Organisation eines Märchentags für Pfaffenhofener Grundschüler.

Bei der Beschäftigung mit Märchen stellten wir fest, dass sich in den letzten Jahren die Einstellung zu Märchen gewandelt hat: Märchen erleben eine Renaissance und werden nicht nur aus literarischem Interesse gelesen, auch Psychotherapeuten und Theologen haben sie für sich entdeckt. „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!“- Dies ist wohl der berühmteste Satz der Gebrüder Grimm aus dem gleichnamigen Märchen „Rumpelstilzchen“, das der Gegenstand unserer Märchen-Produktion werden sollte. Wir verwandelten also den Raum 093N in eine märchenhafte Theaterbühne mit Zuschauerraum, luden Pfaffenhofener Grundschüler an unsere Schule ein, versahen sie mit Namensschildern, verteilten an sie Süßigkeiten und Popkorn und spielten die Geschichte der hübschen, braven Müllerstochter, die das Unmögliche vollbringen soll: Stroh zu Gold zu spinnen. Und weiter: Wenn sie es schafft, soll sie Königin werden, wenn nicht, dann … Der Waldgeist Rumpelstilzchen kommt ihr zu Hilfe, doch Reichtum kostet, nichts gibt es umsonst. Als Rumpelstilzchen seinen Lohn einfordern will, lernt die junge Königin das Nein-Sagen und um das zu kämpfen, was sie liebt. Die Stückvorlage wurde bewusst nah an der Grimm’schen Vorlage gehalten und klassisch inszeniert, ohne jedoch den Spaß zu vergessen, den das Geschichtenerzählen mit sich bringt. Liebenswerte, bisweilen trottelige Figuren spielten interaktiv mit dem Publikum.

Da „Rumpelstilzchen“ eine außerordentliche Handlungsdichte aufweist, welche mehrere archaische Topoi verbindet, schloss sich an die Theater-Vorführung eine kreative Phase an, in der die Kinder mit einigen dieser Topoi vertraut gemacht wurden. So entstand ein unterhaltsamer, witziger und lehrreicher Märchenvormittag, der die Kleinen zum Lachen und Nachdenken brachte.

Text: P-Seminar

Bilder: Annette Wörmann

 
Neue Bibeln
Die „alte“ Einheitsübersetzung war 1980 abgeschlossen. Seither hat sich die Sprache weiterentwickelt, neue wissenschaftliche Erkenntnisse wurden gewonnen.
Nach über zehn Jahren der wissenschaftlichen Arbeit liegt eine neue Einheitsübersetzung vor, nun auch am Schyren-Gymnasium. Sie bringt nach den Worten des Erfurter Altbischofs Joachim Wanke „Fortschritte an Genauigkeit, an Texttreue und an zeitgemäßer Verständlichkeit“. Die neue Einheitsübersetzung enthält eine modernere Sprache. Gleichzeitig bleibt sie jedoch zugunsten der ursprünglichen Sprachbilder stärker am hebräischen und griechischen Text.
Mit dem Verteilen der neuen Einheitsübersetzung in die einzelnen Klassenzimmer war das Sichten des aktuellen Bibel-Bestands verbunden. Zu Schaden gekommene Bücher wurden entfernt und dem Pfarrer-Nikolaus-Reichl-Werk übergeben.

Text und Foto: Annette Wörmann

Brotbackaktion an einem Wochenende vor den Pfingstferien

Fotos: Annette Wörmann

Spendenübergabe

650 Euro Spendengelder wurden von Schülerinnen und Schülern des Schyren-Gymnasiums an die Leiterin der “Stiftung Hasenbergl” (Mitte) in München übergeben. Die Jugendlichen aus einem Religions- und einem Englischkurs der 11. Jahrgangsstufe, die zusammen mit ihren Lehrerinnen Annette Wörmann und Veronika Kettner die Veranstaltung „Kindertransporte 1938/39“ zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar organisiert und durchgeführt hatten, besuchten die Einrichtung „ Lichtblick Hasenbergl“ in München. Die Leiterin der Stiftung, Johanna Hofmeier, die aus dem Landkreis Pfaffenhofen stammt, informierte über Ziele und Arbeit von „Lichtblick Hasenbergl“. Es ist eine Betreuungseinrichtung für Kinder, Jugendliche und junger Erwachsene zwischen 1 und 25 Jahren, die in Hasenbergl-Nord aufwachsen. Zu den Kernangeboten gehören ein Kindergarten, die tägliche Nachmittagsbetreuung vom Schuleintritt bis zum Schulabschluss, eine Ausbildungsbegleitung, eine Elternschule und eine Familienhilfe. „Lichtblick Hasenbergl“ zählt zu den sozialen Leuchtturm-Einrichtungen. Zahlreiche junge Menschen, die gerade eine Ausbildung durchlaufen oder bereits den Sprung in die Berufstätigkeit geschafft haben, belegen den pädagogischen Erfolg. Indem die Einrichtung Kindern und Jugendlichen Bildungschancen eröffnet, die ihnen sonst verwehrt wären, hilft sie, die Anfälligkeit der Jugendlichen für Rechtsradikalismus und Rassismus zu verhindern.

Text und Foto: Annette Wörmann und Veronika Kettner

Gendenkfeier mit Vortrag anlässlich des Holocaustgedenktages

Die Schulgemeinschaft des Schyren-Gymnasiums erinnerte am 27. Januar 2018, dem deutschlandweiten Gedenktag des Holocaust, an dessen Opfer. Anlässlich des 80. Jahrestags der ersten Transporte jüdischer Kinder nach England wurde diese Opfergruppe in den Blick genommen.
Dazu haben Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe aus dem Englischkurs von Frau Kettner und dem Religionskurs von Frau Wörmann die freiberufliche Journalistin und Historikerin Lilly Maier zu einem Vortrag zum Thema „Kindertransporte 1938/39 – die Flucht jüdischer Kinder vor dem Holocaust und ihre Folgen“ eingeladen.
So berichtete die sympathische Referentin in ihrem Vortrag, der auf Zeitzeugeninterviews mit 13 Holocaust-Überlebenden in Washington, D.C., Maryland, New York, Los Angeles und San Francisco basiert: „Die Geschichte der Kindertransporte gilt als eines der wenigen positiven Kapitel in der Holocaust-Forschung: Über 10.000 unbegleitete jüdische Kinder und Jugendliche konnten 1938/39 nach Großbritannien oder Frankreich gerettet werden, weil ihre Eltern bereit waren, sich von ihnen zu trennen.“ Weiter führte sie aus: „Die Kinder, zwischen zwei und 16 Jahren alt, wurden bei Privatfamilien oder in Internaten untergebracht, viele von ihnen emigrierten nach dem Krieg in die USA.“ Freilich blieb die Rettung durch einen Kindertransport nicht ohne traumatische Folgen – die zwangsweise Trennung von den Eltern und die Entwurzelung aus dem gewohnten Leben hinterließen emotionale Spuren in jeder Biographie. Dennoch, so Maier, gelang es aber den „Kindern“ als Gruppe, diese Traumata zu überwinden und in der Regel überaus erfolgreiche Leben zu führen.
Charmant führten Carlos Coello Medina, Adriana Borrego-Guerrero, Annabelle Schock und Luise Mosig durch die gut besuchte Vormittags-Veranstaltung, die musikalisch vom Unterstufenchor unter Leitung von Frau Jung, von Frau Sauer an der Bratsche und Herrn Dr. Daubner am Klavier sowie von Frau Wörmann an der Harfe umrahmt wurde. Für Licht und Ton sorgten Christian Kastner und Johannes Zenz. Das beeindruckende Plakat zur Gedenkfeier wurde von Lisa Mayr entworfen. Am Ende der Veranstaltung wurde um Spenden gebeten für die Stiftung „Lichtblick Hasenbergl“, die sich für benachteiligte Kinder in dem Münchener Stadtteil einsetzt.

Zur Person Lilly Maier:
Lilly Maier studierte Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und erhielt für ihre Bachelor-Arbeit „Ein Leben nach dem Kindertransport“ den Forscherpreis für exzellente Studierende 2014 der LMU. Sie hält regelmäßig Vorträge über die Rettung jüdischer Kinder während des Holocaust und über Kindertransporte in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Momentan schreibt Lilly Maier an der Biographie von Arthur Kern (geb. Oswald Kernberg), eines Holocaust-Überlebenden, der auf einem Kindertransport nach Frankreich und von dort auf einem zweiten nach Amerika gerettet wurde; Kern wuchs in derselben Wiener Wohnung auf, in der die Referentin in den 1990ern lebte.

Text: Veronika Kettner und Annette Wörmann

Foto: Petra Frye-Weber

Vortrag Bibel und Koran

Am Dienstag, 23. Januar 2018, sprach Dr. Andreas Renz vor der Q11 zum Thema „Bibel und Koran“. Der Referent entwickelte zunächst im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern die Entstehungsgeschichte von Bibel und Koran. Dann hob er etwa anhand der ersten Koran-Sure oder der Begrifflichkeit „Heiliger Krieg“ auf Gemeinsamkeiten zwischen Bibel und Koran ab. Dabei schärfte Dr. Renz das Bewusstsein für die unterschiedliche Qualität von Bibel- bzw. Koran-Übersetzungen und warnte vor Manipulation infolge von Fehlübersetzungen. Schließlich hielt der Experte fest: Für Islam wie Christentum stelle das Wort Gottes die Verbindung zwischen Gott und Mensch her: für Muslime sei der Koran das Wort Gottes, für Christen sei dies Jesus Christus, sodass eher Koran und Jesus Christus denn Bibel und Koran miteinander zu vergleichen seien.

Das große Interesse der Schülerinnen und Schüler an der Thematik zeigte sich in der Vielzahl der nach dem Vortrag gestellten Fragen, die umfangreich beantwortet wurden. Insbesondere Aspekte zum Phänomen „Islamismus“ kamen zur Sprache.

Dr. Renz ist Leiter des Referats Dialog der Religionen im Erzbischöflichen Ordinariat München und Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik im Religionsunterricht an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er hat das internationale wissenschaftliche Netzwerk „Theologisches Forum Christentum – Islam“ mitbegründet und vielfach zum christlich-islamischen Verhältnis publiziert.

Text und Foto: Annette Wörmann

Weiße Rosen am Tag der Hinrichtung von Sophie Scholl

“Was wir schrieben und sagten, das denken Sie alle ja auch, nur haben Sie nicht den Mut, es auszusprechen”, erklärt Sophie Scholl während ihrer Aussage vor dem Volksgerichtshof einem Publikum, das keine Reaktion zeigt. Wenige Stunden später sind sie, ihr Bruder und Christoph Probst tot, hingerichtet durch das Fallbeil im Gefängnis Stadelheim. Am 22. Februar 2018 jährte sich ihr Tod zum 75. Mal.

Im Sommer 1942 und zu Beginn des Jahres 1943 verbreitete die studentische Widerstandsgruppe “Die Weiße Rose” in München, später auch im süddeutschen Raum sowie in Linz, Salzburg und Wien Flugblätter gegen Hitler und das nationalsozialistische Regime. Sie forderte darin zunächst zum passiven Widerstand auf, aber schon bald auch zum Sturz der Regierung. Die Medizinstudenten Hans Scholl und Alexander Schmorell bildeten den Kern dieser Gruppe. Christoph Probst, Sophie Scholl, Willi Graf und ihr Mentor Professor Kurt Huber schlossen sich ihnen nach und nach an und beteiligten sich auf unterschiedliche Weise an den regimekritischen Aktionen. Die Flugblätter der “Weißen Rose” waren ein Aufstand des Gewissens, aber auch politischer Protest, entstanden aus der Überzeugung heraus, dass man nicht mehr schweigend zuschauen dürfe, sondern Widerstand gegen das verbrecherische System leisten müsse. Die fünf Münchner Studierenden und ihr Professor bezahlten diese Überzeugung mit ihrem Leben. Sie wurden 1943 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Auch zahlreiche Unterstützer der “Weißen Rose” und Mitwisser wurden mit dem Tod oder mit Freiheitsentzug bestraft.
Der mutige Widerstand der “Weißen Rose” ist auch heute noch eine Aufforderung, sich einzumischen und etwas dagegen zu tun, wenn der freiheitlich-demokratische Staat und die Rechte der Menschen angegriffen werden.
Zum Gedenken an die Hinrichtung einzelner Mitglieder der „Weißen Rose“ am 22. Februar 1943 wurden am nämlichen Tag weiße Rosen verteilt: Schüler des P-Seminars „Sophie Scholl“ überreichten sie an ihre Mitschüler, Zehntklässler an Passanten am Hauptplatz. An jede Rose war von Frau Vilsmeier und ihren Schülern ein Kärtchen mit folgendem Zitat aus dem 5. Flugblatt geheftet worden: „Beweist durch die Tat, dass Ihr anders denkt! (…) Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den Ihr um Euer Herz gelegt!“
Zudem wurde in beiden Pausen ein kurzer Film über Sophie Scholl und „Die Weiße Rose“ gezeigt.
Die Aktion wurde von den Fachschaften Geschichte und Katholische Religionslehre organisiert.

Text: Veronika Kettner und Annette Wörmann

Foto: Lorenz Schreyer

Bis unter's Dach – Besichtigung des Kirchturms der Pfaffenhofender Stadtpfarrkirche

Achtklässler machten sich am 21. Februar 2018 auf den Weg zur Stadtpfarrkirche. Marius Wilhelm, angehender Gymnasiallehrer für Geschichte, empfing die Schüler in der Lourdes-Grotte. Von dort aus führten 200 Stufen auf verschiedene Niveaus im Inneren des Kirchturms. Die Jugendlichen erfuhren, dass im Jahr 1388 beinahe der gesamte Stadtkern Pfaffenhofens durch einen Brand zerstört wurde.  Als
Ersatz für die niedergebrannte Kirche sei 1393 mit dem Bau einer
dreischiffigen Basilika begonnen worden. Ein Kirchturm durfte freilich
nicht fehlen. Dieser sei ohne Fundament und – unter Zuhilfenahme von in
die Wände eingelassenen Holzbrettern – von innen gemauert worden.
„Abgeschlossen waren die Bauarbeiten an dem 77,71 m hohen Turm mit seinem quadratischen Grundriss und seinem achteckigen Oberbau erst 1531“, erklärte der junge Stadtführer. Vom Kirchturm aus bot sich immer wieder ein ungewohnter Blick auf die vertraute Stadt. Höhepunkt der Führung war das Bestaunen der Kirchenglocken. Eine der insgesamt fünf Glocken wurde schließlich manuell zum Klingen gebracht.

Fotos und Text: Annette Wörmann

Würdevolle Begleitung – Einblick in die Tätigkeit eines Hospizhelfers

Das Thema Tod ist oft ein sehr schwieriges Thema. Besonders der Abschied und auch die Verarbeitung eines Todesfalls fallen vielen Menschen schwer. Die zehnte Klasse des Schyren-Gymnasiums setzte sich mit dem Thema Tod und damit verbunden einer würdevollen Sterbebegleitung auseinander. Dazu erhielten die Schülerinnen und Schüler am 8. Februar 2018 Besuch von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter des Christopherus-Hospiz in München, Herrn Biersack. Dieser begeisterte die Schülerinnen und Schülern durch seine ruhige und einfühlsame Art und erzählte verschiedene Erfahrungen und Eindrücke seiner Tätigkeit, sodass die Klasse einen umfassenden Einblick erhalten hat. Als Hospizhelfer ist er sowohl physisch als auch emotional stark gefordert und es beeindruckte die Klasse, welch besondere und herausfordernde Aufgabe dieser Mitarbeiter leistet. Wer einen kurzen Einblick in die Bereiche des Christopherus-Hospiz haben möchte, kann sich hier einen kurzen Überblick verschaffen: https://www.chv.org/wir-ueber-uns/filme-lernen-sie-uns-kennen.html.

StRefin Heidi Vilsmeier

Stadtgeschichte gesprüht

Bei der Suche nach Spuren der Reformation in der Stadtgeschichte stießen Achtklässler auf ein verhängnisvolles Wirtshausgespräch des Jahres 1524, das folgendermaßen überliefert ist: Am 10. Dezember 1524 traf Bernhard Tichtl, Pfleger aus Starnberg, auf seiner Reise nach Nürnberg auf einen Ingolstädter Professor der Rechte namens Franz Burghard. Begegnet sind sich die beiden in einem Wirtshaus in Pfaffenhofen, einer laut Philipp Apian „zwar kleinen, aber sehr eleganten Stadt“. Es kam zu einem Streitgespräch über Luther und die Reformation, das in einer Anzeige gegen Tichtl gipfelte. Der Starnberger wurde in München in den Falkenturm gesperrt; man forderte für ihn Pranger und Haft. Herzog Wilhelm jedoch ließ Tichtl nach eindeutiger Positionierung zugunsten der Katholischen Kirche und Bezahlung einer Buße von 1000 Gulden wieder frei.

Die Schüler setzten das Wirtshausgespräch gestalterisch um, indem sie unter Anleitung eines professionellen Sprühers  an der Außenfassade eines Gebäudes im Stadtzentrum einen Tisch, zwei Bierkrüge und zwei Gedankenblasen – eine für den Luther-Sympathisanten und eine für  den Luther-Gegner – abbildeten. Für die Gegenwart fruchtbar machen die Jugendlichen ihre Darstellung dadurch, dass sie auf den Wert der Religionsfreiheit –  abzulesen an dem in großen Lettern gesprühten „religious freedom“ ­– abheben.

Annette Wörmann

Jüdische Glaubenswelt – Besuch der Synagoge in Augsburg

Zwei neunte Klassen besuchten im Rahmen des Lehrplanthemas „Judentum“ die Synagoge in Augsburg. Dort erhielt jede der Klassen eine Führung in der Synagoge sowie in dem dazugehörigen Kulturmuseum. Den Schülerinnen und Schülern wurde somit ermöglicht, einen direkten Eindruck in die Glaubenswelt der jüdischen Religion zu erhalten.

StRefin Heidi Vilsmeier

Menschenrechte – (k)eine Selbstverständlichkeit

Am 8. Dezember, zwei Tage vor dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen “Tag der Menschenrechte”, besuchten Manfred Büttner und Dr. Hans Kern von Amnesty International  – Gruppe Pfaffenhofen im Rahmen des Evangelischen und Katholischen Religionsunterrichts das SGP. So hatten Achtklässler die Möglichkeit, einen fundierten Einblick in die Tätigkeit von Amnesty International zu erhalten.
Zunächst ging es um das Klären des Begriffs „Menschenrechte“. Nachdenklich wurden alle Zuhörer, als die Referenten auf besonders gravierende Fälle von Menschenrechtsverletzungen der Vergangenheit und Gegenwart hinwiesen und ausführten, dass weltweit Menschenrechte missachtet werden, auch in unserem Land. Der jährlich erscheinende Bericht von Amnesty International belege dies, so Dr. Kern.
In welcher Weise agiert nun Amnesty International? Die Organisation recherchiert akribisch und lenkt die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf bestehende Menschenrechtsverletzungen. Mit diesem Vorgehen ist Amnesty International sehr erfolgreich, denn in etwa der Hälfte der Fälle tritt eine Besserung der Haftbedingungen oder gar eine Befreiung der inhaftierten Betroffenen ein.

Text und Foto: Heidrun Untch und Annette Wörmann

P-Seminar „Sophie Scholl“ (Leitfach: Katholische Religionslehre)

Ziel des Seminars unter Leitung von Frau Wörmann war die Konzeption, Organisation und Durchführung einer Lesung für Neuntklässler auf Basis des in Buchform vorliegenden Briefwechsels zwischen Sophie Scholl und ihrem Freund, dem Offizier Fritz Hartnagel.
Zunächst informierten wir uns über Sophie Scholl und Fritz Hartnagel; dazu luden wir auch Experten in den Unterricht ein. Dann lasen wir die 313 Briefe, die sich Sophie und Fritz während des Kriegs schrieben, und wählten 17 Briefe aus, die Auskunft geben entweder über historische Fakten und alltagspraktische Dinge oder die Beziehung zwischen der selbstbewussten, emanzipierten Sophie und dem Offizier Fritz, der sein Soldaten-Dasein (zunehmend kritisch) reflektiert.
Wir hatten immer im Blick, dass es darum geht, eine interessante Lesung für Mitschüler vorzubereiten: Wir verfassten eine Einleitung und einen Schluss für die Veranstaltung, verbanden die einzelnen Briefe durch gesprochene Überleitungen, bauten auch eine Sequenz aus dem Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ (2005) ein und entschieden uns, dass wir die Lesung im komplett verdunkelten Mehrzweckraum durchführen und dass die- oder derjenige, der gerade einen Brief vorliest, im Lichtkegel sitzt. Das Rezitieren der Briefe übten wir daheim und in der Schule, dort u.a. mit der Theaterpädagogin Tomma Galonska (siehe Bild).
Unsere Lesung trugen wir den Neuntklässlern vor den Weihnachtsferien vor. Danach kamen wir mit ihnen über die Lesung, Sophie und Fritz sowie die Zeit des Nationalsozialismus ins Gespräch.

Spendenaktion zu Erntedank: 2350 Euro für schwerstkranke Kinder

Am Mittwoch, 18. Oktober 2017, kamen Simone Hartmann und Jana Rigauer vom Münchner Kinderhospiz ans Schyren-Gymnasium und stellten ihre Arbeit vor. Beide betonten, dass es vor allem darum gehe, kranken Kindern und ihren Familien Zeit zu schenken, eine Freude zu ermöglichen und ein Stück Normalität zu schaffen. „Wir begleiten die Kinder ab der Diagnose bis zu ihrem Tod, wir besuchen sie regelmäßig zuhause und stehen 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr zur Unterstützung zur Verfügung“, berichtete Jana Rigauer, die weiter ausführte, dass sich das Team des Kinderhospiz aus Ärzten, Psychologen, Krankenschwestern, Sozialarbeitern und Ehrenamtlichen zusammensetzt. So könne nicht nur die medizinische Versorgung der kleinen Patienten gesichert werden, sondern auch der Alltag der Kinder, der Geschwister und der Eltern in den Blick genommen werden. In dieser für alle Familienmitglieder schwierigen Situation schafft das Kinderhospiz vielfältige Angebote wie etwa einen Geschwistertag im Zoo, einen Familientag beim FC Bayern oder ein mehrtägiges Programm in den Sommerferien.

Dass sich Simone Hartmann und Jana Rigauer nach Pfaffenhofen aufmachten, hat einen guten Grund: Die Gymnasiasten hatten im Vorfeld eifrig Spenden für die Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München gesammelt. Schließlich freuten sich zwei Schüler, 2350 Euro übergeben zu können.

Die Spendenaktion wurde von den Religionslehrkräften Heidrun Untch und Annette Wörmann anlässlich des Erntedankfestes initiiert. Gesammelt haben Schüler aller Jahrgangsstufen im Familien- und Bekanntenkreis.

Heidrun Untch und Annette Wörmann

Empathie schulen – Austausch mit der Adolf-Rebl-Schule

Die Adolf-Rebl-Schule in Paffenhofen unterstützt Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung im Alter von 3 bis 19 Jahren. Sie bemüht sich dabei, Fertigkeiten und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu stärken und ihre Integration in die Gesellschaft zu fördern. Im Rahmen des Lehrplans beschäftigt sich Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe mit dem Themenbereich „Menschen mit Behinderung“. Die Jugendlichen sollen dafür sensibilisiert werden, sich über dieses Thema zu informieren und Verantwortung zu übernehmen. Im Zuge dessen kam am 11.10.2017 Frau Andrea Eichler, die Rektorin der Adolf- Rebl-Schule, zu Besuch an das Schyren-Gymnasium. Sie besuchte die siebte Klasse im Fach Religion, erzählte der Klasse von ihrer Schule und nahm sich auch ausgiebig Zeit, die Fragen der Gymnasiasten zu beantworten. Diese wollten vor allem wissen, welche Fächer unterrichtet werden, wie viele Schüler in einer Klasse zusammenarbeiten und wie man sich deren Tagesablauf vorzustellen hat. Da ihr Vortrag bei den Kindern auf sehr großes Interesse stieß, wurde vereinbart, dass eine siebte Klasse der Adolf-Rebl-Schule die siebte Klasse am Schyren-Gymnasium besucht, was dann am 25.10.2017 erfolgte. Die beiden Klassen spielten gemeinsam und hatten Zeit, sich gegenseitig kennenzulernen. Den Kindern des Schyren-Gymnasiums machte dieser Austausch großen Spaß. Im Anschluss daran stattete auch der Konrektor der Adolf Rebl Schule Herr Erich Noack am 27.10. unserer Klasse einen Besuch ab und stand noch für weitere Fragen zur Verfügung. Im Gesamten betrachtet war dieses Projekt für die Kinder sehr interessant, informativ und eine praktische Erfahrung der besonderen Art.

StRefin Heidi Vilsmeier