Geschichte

Geschichte

Was hat es mit dem „Hungerturm“ in Pfaffenhofen auf sich? Warum gibt es in Bayern so viele Schlösser? Warum ist am 03. Oktober Nationalfeiertag? – Immer wieder berühren Fragen der Vergangenheit unsere Gegenwart. Schüler für Vergangenes zu interessieren und sie ihnen nahezubringen ist Ziel des Geschichtsunterrichts. Dabei geht es aber stets auch um die Gegenwart, darum, sich in ihr zu orientieren, um die Zukunft mitgestalten zu können. Auch deshalb gilt Geschichte als eines der Leitfächer für politische Bildung.

Das Fach Geschichte wird am Gymnasium durchgehend von der 6. Jahrgangsstufe bis zum Abitur unterrichtet. Während in den Jahrgangsstufen 6 mit 10 chronologisch vorgegangen wird, vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen in der Qualifikationsphase durch historische Längs- und Querschnitte. Zusätzlich können sie ein W- oder P-Seminar wählen.

Im Geschichtsunterricht beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler nicht nur inhaltlich mit verschiedenen Themen der Geschichte, sondern sie lernen auch das fachspezifische Herangehen an Geschichte, den Umgang mit verschiedensten Quellen, die genaue Analyse von Texten oder das kritische Betrachten von Plakaten und erwerben damit Kompetenzen über das konkrete Fach hinaus.

Historisches Lernen spielt sich natürlich im Klassenzimmer ab – aber auch außerhalb, wie die Aktivitäten der Fachschaft Geschichte zeigen:

Schon seit einigen Jahren können die Schülerinnen und Schüler der 6. Jahrgangsstufe „echte Römer“ erleben. Beim Römerprojekt erfahren sie nicht nur Interessantes über Ausrüstung, Bewaffnung und Leben der römischen Soldaten, sondern dürfen auch selbst ausprobieren, wie es sich beispielsweise angefühlt hat, ein Kettenhemd zu tragen oder in genagelten Schuhen zu gehen. Zusätzlich hatten im letzten Schuljahr einige Klassen die Gelegenheit, auf einem von der Universität Regensburg nachgebauten römischen Flussschiff zu fahren.

Römerprojekt der 6. Klassen, Foto: Wiedemann-Maier

In der 9. Jahrgangsstufe wird den Schülerinnen und Schülern mit einer Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Dachau Gelegenheit gegeben, sich intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.

Die Schülerinnen und Schüler der Q11 konnten im vergangenen Schuljahr beim Zeitzeugengespräch mit Herrn Abba Naor einen Überlebenden des Holocaust treffen und am Beispiel seines Schicksals in sehr persönlicher und unmittelbarer Weise von den Schrecken der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erfahren.

Abba Naor, Zeitzeuge des Holocaust, zu Besuch im Schyren-Gymnasium, Foto: Scheerer

Schülergruppen oder ganze Klassen erhalten zudem immer wieder Gelegenheit, an historischen Wettbewerben teilzunehmen. In diesem Schuljahr beteiligen sich zwei 7. Klassen am Schülerlandeswettbewerb Erinnerungszeichen 'Bayern um 1500 – Zeit für Neues?'. Dabei erforschen die Schülerinnen und Schüler die Zeit um 1500 anhand für die Region relevanter historischer Ereignisse, Personen oder Gebäude und führen dazu ein Projekt durch. Während eine Klasse Fotogeschichten zum Thema Hexenverfolgung entwirft, dreht die andere Klasse eine Dokumentation, die das Epitaph der Familie Anfang, das sich in der Stadtpfarrkirche befindet, fokussiert.

Auch darüber hinaus finden zahlreiche Exkursionen und Projekte, oft in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern, statt.

Teilnehmer des P-Seminars „Auf den Spuren der Staatssicherheit“ auf der Reichstagskuppel und im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, Foto: Wiedemann-Maier

Dies alles lässt Geschichtsunterricht lebendig und anschaulich werden und zeigt unseren Schülerinnen und Schülern, dass Geschichte gegenwärtig ist.

Filmseminar an der Akademie für politische Bildung in Tutzing

Propagandafilme sollen Zuschauer durch das Hervorrufen von Emotionen gezielt beeinflussen und lenken – und das schon, seit der Film erfunden wurde. Bereits seit Schuljahresbeginn beschäftigt sich das W-Seminar Geschichte von Herrn Richard Fischer daher mit Propagandafilmen aus von der Frühgeschichte des Films bis hin zu aktuellen Beispielen. Um in die entscheidende Phase, die Abfassung der Seminararbeit, einzuleiten, durften die Schüler mit ihrem Seminarleiter und Frau Fabrizek vom 7.-9. März drei Tage an der in der Akademie für politische Bildung Tutzing (https://www.apb-tutzing.de/) an einem Intensivkurs unter der Leitung renommierter Experten teilnehmen. Nach einer Einführung von Dr. Michael Mayer erklärte Dr. Bernd Kleinhans von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd (LINK: http://www.ph-gmuend.de/) den Schülern anhand von konkreten Filmbeispielen, wie Wochenschauen und Spielfilme im Ersten Weltkrieg und im Nationalsozialismus mit Informationen, Zensur und Sinnstiftung spielten. Die Menschen wurden gezielt in eine Meinungsrichtung gelenkt und sollten über das Geschehen auf den Schlachtfeldern informiert werden. Für die Machthaber waren es wichtig, dass 'die Heimat' zuhause den Krieg unterstützt. Am Folgetag waren neben Seminarinhalten und Einzelgesprächen über die Seminararbeitsthemen praktische Übungen angesetzt. Die Schülerinnen und Schüler durften unter der Leitung von Simone Gelinek und Ulrich Weis von der Vistarena GmbH (LINK: https://www.medianet-bb.de/de/company/vistarena-gmbh/) aus historischen Propagandamaterialien einen kurzen Dokumentarfilm schneiden und so einmal die andere Seite kennenlernen, was das Bewusstsein für eine spätere Untersuchung schärft. Am letzten Tag referierte Dr. Jörg Morré, der Leiter des Deutsch-Russisches Museums Berlin-Karlshorst (LINK: https://www.museum.de/museen/museum-berlin-karlshorst) über sowjetische Propaganda mit Wochenschauen und Spielfilmen, wobei unter anderem die Anlage des Klassikers „Panzerkreuzer Potemkin“ genauer untersucht wurde. Nach arbeitsreichen Tagen am Starnberger See ging es gegen Mittag wieder zurück nach Pfaffenhofen.