Storchenkamera und Storchentagebuch

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Liebe Besucherinnen und Besucher des Storchennests,

die „Storchenkamera“ ist defekt und kann daher bis auf Weiteres keine Bilder vom Nistalltag unserer Störche mehr liefern. Wir bedauern diesen Umstand und bitten um Ihr Verständnis.


 
Tagebuch

22. Mai: 
Die letzten Tage mit dem Starkregen und den für Mitte Mai doch recht niedrigen Temperaturen haben dazu geführt, dass wahrscheinlich drei der vier Jungstörche verendet sind. Einerseits kann man dies recht gut am Verhalten des Altstorchs erkennen, der mit gesenktem Kopf die wohl leblosen Küken in der Nistmulde betrachtet und auch mit dem Schnabel immer wieder einmal anstupst. Mit großer Begeisterung konnten wir aber heute ein aktives Jungtier im Horst beobachten, das vom Altstorch gefüttert wurde und auch am Nestrand Kot abgegeben hat. Da die Schlechtwetterperiode überstanden scheint, können wir weiter hoffen, dass in diesem Jahr zumindest ein Jungstorch großgezogen wird.

15. Mai: 
Am heutigen Nachmittag konnten wir die Köpfchen von vier Storchenküken erkennen können. Während drei der Küken bereits gut entwickelt sind, gibt es einen recht kleinen Nachzügler. Es ist sehr schön zu sehen, dass die vier Jungen die kalten und feuchten Tage der Eisheiligen offensichtlich gut überstanden haben. 


8. Mai: 
Die Schülerinnen und Schüler der Natur-AG haben heute mit Ferngläsern die Störche auf dem Horst beobachtet. Es konnten drei Küken gezählt werden, da drei kleine Köpfchen zur gleichen Zeit über dem Horstrand sichtbar waren. Die Natur-AG wird nun jede Woche eine Beobachtung durchführen und den Entwicklungsfortschritt der Küken protokollieren.


30. April: 
Das Verhalten der Altstörche zeigt, dass es Nachwuchs im Storchenhorst gibt. Leider können wir bisher noch nicht sagen, wie viele Küken geschlüpft sind, da wir keinen Zugriff auf die Kamerabilder haben. In 1 bis 2 Wochen werden aber die kleinen Köpfchen während der Fütterungszeiten zu beobachten sein, so dass wir die weitere Entwicklung gut mit Ferngläsern und einem Spektiv verfolgen können.

28. März: 
Auf den Kamerabildern ist zu erkennen, dass sicher ein weiteres Ei gelegt wurde, ob ein fünftes Ei gelegt wurde, ist nicht mit Sicherheit festzustellen.

26. März: 

Das dritte Ei ist seit heute Morgen im Nest zu erkennen. Die Altstörche werden nun mit dem Bebrüten beginnen, wodurch gewährleistet ist, dass die Jungen nach dem Schlüpfen ungefähr gleich groß sind und sich damit gleich gut entwickeln können. Der Schlupf der ersten Küken kann in der Woche nach den Osterfeiertagen erwartet werden.

24. März: 
Das zweite Ei wurde im Laufe des heutigen Tages gelegt.

22. März: 
Das Weibchen hat heute das erste Ei in das Nest abgelegt. Es ist zu
erwarten, dass im Abstand von 2 Tagen die weiteren Eier gelegt werden.
Zunächst werden die Eier aber noch nicht bebrütet, die beiden Altstörche
achten nur darauf, dass es nicht zum Auskühlen der Eier kommt.

22. März:  Am heutigen Nachmittag konnte auf dem Horst ein dritter Storch beobachtet werden. In den kommenden Wochen werden immer wieder einzelne Störche zu sehen sein, die auf der Suche nach einem freien Horst bzw. einem Partner sind. Das sind meist zweijährige Störche, die das erste Lebensjahr noch im Überwinterungsgebiet im Süden Europas oder in Afrika verbracht haben und jetzt geschlechtsreif sind.

24. Februar:  Seit heute ist auch das Weibchen wieder auf dem Horst zu beobachten. In den kommenden Tagen werden intensive Begrüßungszeremonien zu sehen und lautes Klappern zu hören sein, beides dient zur Stärkung der Paarbindung. Wir gehen davon aus, dass sich die beiden Störche erst jetzt wieder auf dem Horst treffen. Die Zeit seit dem Abflug in das Winterquartier haben die Weißstörche zusammen mit vielen anderen Störchen im Süden Europas verbracht. 

 

19. Februar:  Am Vormittag ist ein Altstorch aus seinem Winterquartier zurück zum Horst gekommen. Mit lautem Schnabelklappern zeigt er deutlich an, dass er sein Revier wieder besetzt hat. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist es das Männchen, das jetzt auf dem Horst zu beobachten ist. Das Weibchen kehrt in der Regel wenige Tage später zum Horst zurück.

 

Das neue Storchenjahr 2019 beginnt

 

12. September: Die beiden erwachsenen Störche haben am 10. September den Zug in das Winterquartier begonnen. 

Von dem besenderten Weißstorchmännchen Jakob haben uns am 29. August die letzten Koordinaten erreicht. Seitdem gibt es leider kein aktuelles Bewegungsmuster. Die Gründe hierfür sind uns bisher nicht bekannt.

 

28. August: Das besenderte Weißstorchmännchen erhält von der Firma Hipp den Namen „Jakob“.

 

26. August: Heute früh erhielt ich die traurige Nachricht vom MPI in Radolfzell, dass das besenderte Storchenweibchen Frieda nicht mehr lebt. Frieda wurde am 22. August zusammen mit einem anderen Weißstorch unter einer Stromleitung im schweizerischen Moudon nördlich von Lausanne aufgefunden. Der Finder der beiden Störche schreibt von „deux cigognes trouvée électrifiées“. Anhand der Ring- und Senderdaten ist Frieda eindeutig identifizierbar. Der Sender ist inzwischen auf dem Weg nach Radolfzell, wo die Auswertung der Bewegungsdaten der letzten Stunden im Leben von Frieda stattfinden wird. Die letzten Bewegungsdaten von Frieda wurden am 17. August gesendet.

Das besenderte Storchenmännchen befindet sich weiter auf dem Zug in das Winterquartier. Gestern erreichte das Männchen ein Feuchtgebiet östlich von Narbonne an der französischen Mittelmeerküste.

 

11. August: Die drei Jungstörche haben ihren Weg in das Winterquartier begonnen. Das Bewegungsmuster der beiden besenderten Jungstörche zeigt, dass sie am 6. August um 9 Uhr den Pfaffenhofener Horst verlassen haben und über Eichstätt, Weißenburg, Gunzenhausen am Altmühlsee bis südlich von Ansbach in die Nähe der Autobahn geflogen sind, wo sie um 16 Uhr angekommen sind. Interessanterweise hält sich dort auch das im Jahr 2016 in Pörnbach besenderte Weißstorchmännchen Bembo Sparky auf, mit dem unsere Jungstörche wahrscheinlich gemeinsam in Richtung Südwesten weiterziehen werden. Durch das Besenderungsprojekt des MPI in Radolfzell ist es nun möglich zu erklären, wie die Jungstörche den Weg in das Winterquartier finden. Es wird vermutet, dass diese ein- bis zweijährigen „Junggesellen“ wie z.B. Bembo Sparky ihre Erfahrungen über den Zugweg an die Jungstörche weitergeben.

Das Pfaffenhofener Weibchen hat inzwischen von ihrer Patin Beate Mayr den schönen Namen „Frieda“ erhalten. Unter diesem Namen ist das Weibchen jetzt auch in der Animal Tracker App zu finden.

 

5. August: Nachdem die Jungstörche in den ersten Tagen nur Ausflüge in die nähere Umgebung des Horstes unternommen haben, findet man sie inzwischen auch auf weiter entfernten Nahrungswiesen wie im Gerolsbachtal bei Mitterscheyern, im Ilmtal bis südlich von Ilmmünster und im nördlichen Ilmtal bei Rohrbach. Meistens sind die Jungstörche gemeinsam auf Nahrungssuche unterwegs, das besenderte Männchen hat ohne seine besenderte Schwester auch schon Wiesen nördlich von Mainburg erkundet. Das Bewegungsmuster der beiden besenderten Jungstörche kann inzwischen sehr schön auf Handys und Tablets mit Hilfe der kostenlosen App Animal Tracker der Max Planck Gesellschaft mitverfolgt werden. In Pörnbach, in Hohenwart und in Baar-Ebenhausen konnte in diesem Jahr ebenfalls jeweils ein Jungstorch besendert werden. Auch die Bewegungen dieser Jungstörche, alle drei sind Männchen, können mit Hilfe von Animal Tracker beobachtet werden.

Die Jungstörche aus der Region werden sich in den nächsten Tagen sammeln, um den Zug in das Winterquartier gemeinsam aber ohne ihre Eltern anzutreten. Im Gerolsbachtal konnten gestern bereits sieben Störche auf einer Wiese beobachtet werden, von den Pörnbacher Wiesen wurden Storchengruppen von über 30 Individuen gemeldet.

 

25. Juli: Heute habe ich die Ergebnisse der Geschlechtsbestimmung unserer besenderten Jungstörche vom Max Planck Institut für Ornithologie in Radolfzell erhalten. Mit Hilfe einer Feder, die jedem der beiden Jungstörche während der Besenderung entnommen wurde, konnte ein Labor das Geschlecht ermitteln. Der Jungstorch mit der Ringnummer AU948 ist ein Männchen, der Jungstorch mit der Ringnummer AU950 ist ein Weibchen. Schon bei der Besenderung sah das Weibchen etwas zierlicher aus als das Männchen und wog auch 400g weniger. In wenigen Tagen wird nun auch das Bewegungsmuster der Jungstörche über die App AnimalTracker auf Smartphones zu beobachten sein.

 

15. Juli: Große Aufregung verursachte gestern Abend ein besenderter Jungstorch, als er bei seinem Flugversuch etwas unglücklich auf einem benachbarten Hausdach landete und von dort in den kleinen Garten rutschte. Die Hauseigentümer benachrichtigten die Polizei, die daraufhin bei uns zuhause anriefen. Wir haben den munteren Jungstorch unverletzt zwischen den Gartenblumen angetroffen. Kurze Zeit später flog der Abenteuerer selbständig auf den Holzzaun, von dort aus auf das Vordach des Gymnasiums und schließlich wieder zurück hoch zum Horst. Alle drei Jungstörche sind inzwischen flügge, machen tagsüber wichtige Erfahrungen bei der Nahrungssuche und kommen abends zum Übernachten auf den sicheren Horst zurück.

 

10. Juli 2018: Die Jungstörche sind inzwischen sehr erfolgreich bei ihren Flugübungen. Der erste Ausflug hoch auf die Kamera ist auch bereits geglückt. Nicht so positiv schaut es bei einem der beiden Altstörche aus. An einem Bein hat sich eine etwa 1 bis 1,5 m lange Schnur verfangen, die momentan noch nicht erkennbar ein Problem für den Vogel darstellt. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Vogel selbst von dieser Schnur befreien kann.  

1. Juli 2018: Alle drei Jungstörche haben sich in den letzten beiden Wochen sehr gut weiterentwickelt. Häufig sind sie bei ihren ersten Flugübungen auf dem Horst zu beobachten. Es geht jetzt vor allem darum, die Flugmuskulatur zu stärken. Dabei kommt es immer häufiger auch dazu, dass sie „den Boden unter den Füßen verlieren“ und schon für wenige Sekunden das Gefühl des Schwebens in der Luft erleben können. 

15. Juni 2018: Seit gestern Nachmittag sind die drei Jungstörche mit einer individuellen Zahlen- und Buchstabenkombination „registriert“. Mit Hilfe einer Arbeitsbühne brachte auch in diesem Jahr wieder Martin Rieder vom Arbeitsbühnenverleih aus Pfaffenhofen den Beringer Clemens Krafft zum Horst, um dort die diesjährigen Jungstörche zu beringen. Die beiden kräftigeren Jungstörche durften mit der Hebebühne für kurze Zeit mit nach unten fahren, um dort vom Leiter der Vogelwarte Radolfzell, Dr. Wolfgang Fiedler, einen Sender aufgesetzt zu bekommen. Nach der nur wenige Minuten dauernden Aktion konnten die beiden Jungstörche wieder sicher in den Horst zurück gesetzt werden. Ab ca. Mitte Juli werden wir mit Hilfe der kostenlosen Smartphone-App Animal Tracker die Möglichkeit haben, den Aufenthaltsort dieser beiden Jungstörche verfolgen zu können.

13. Juni 2018: Die drei Jungstörche haben die letzten beiden Tage mit den starken Regenfällen gut überstanden. Das Gefieder ist bereits so weit entwickelt, dass es den Regen abweisen kann und die Gefahr einer Unterkühlung damit nicht besteht.

6. Juni 2018: Die letzten beiden Wochen sind für unsere drei Jungstörche sehr positiv verlaufen. Durch die warmen Temperaturen und auch die gelegentlichen Regenschauer stand für die beiden Altstörche auf den Wiesen ausreichend Nahrung zur Verfügung, so dass sich der Nachwuchs sehr gut entwickeln konnte. Neben der Gefiederpflege gehören das Stärken der Flugmuskulatur und spielerische Nestbauaktivitäten zum normalen Tagesablauf der Jungstörche.Seit drei Tagen ist auch zu sehen, dass die Altstörche ihren Nachwuchs auf dem Horst bereits allein lassen, da sich die Jungen durchaus schon selbst gegen Angriffe z.B. von Rabenkrähen verteidigen können. Häufig sitzt aber einer der beiden Altstörche auf der Sitzstange über der Kamera, um das Verhalten der Jungen zu „kontrollieren“.

21. Mai 2018: Heute am Pfingstmontag sind bei strahlendem Sonnenschein drei aktive Jungstörche sehr schön im Nest zu beobachten. Am Horstrand sieht man deutlich ein lebloses Küken und möglicherweise auch ein sehr viel kleineres Küken, die die Regenfälle der letzten Tage nicht überlebt haben.

18. Mai 2018: Nach den Eisheiligen, die sich in diesem Jahr zwar feucht aber nicht sehr kalt gezeigt haben, sind im Horst heute 3 aktive Junge zu erkennen. Ein viertes, kleineres Küken liegt außerhalb der Nistmulde am Nestrand. Das ist für das Küken eine gefährliche Position, da es hier weder vom Altstorch gewärmt und geschützt werden kann und außerdem keine Nahrungsstücke erhält, die in die Nestmulde abgegeben werden. Durch die feuchte Witterung haben die Altstörche einige Nahrungstiere für die Jungen finden können wie beispielsweise Ringelnattern, Schermäuse oder Regenwürmer. Ob die Nahrungsmenge für die Entwicklung aller Jungstörche ausreicht, wird sich schon in den nächsten Tagen zeigen. Wichtig für eine erfolgreiche Jagd nach Beutetieren sind frisch gemähte Wiesen im Ilmtal und im Gerolsbachtal, da sich die Altstörche auf diesen freien Flächen sicher fühlen vor Feindangriffen.

9. Mai 2018: Im Abendlicht sind 5 aktive Küken im Nest zu erkennen. Das gestern beobachtete „leblose“ Küken ist wahrscheinlich nur die Eischale des zuletzt geschlüpften Kükens gewesen, die von einem Altvogel aus der Nistmulde entfernt wurde. Leider sind die genauen Verhältnisse im Nest aber nicht eindeutig zu erkennen, da die Kamera nur Einzelbilder in das Netz liefert.

8. Mai 2018: Zur Mittagszeit sah es so aus, als ob ein Altstorch ein lebloses Küken aus der Nestmulde auf den Rand des Horstes gelegt hat. Es ist möglich, dass es das erst gestern geschlüpfte Junge ist, das im Vergleich zu den Geschwistern doch zu schwach gewesen sein könnte, um an ausreichend Nahrungsstücke zu gelangen.

7. Mai 2018: Das fünfte Ei liegt am Morgen nach wie vor im Nest. Im Laufe des Tages ist auch das letzte Küken geschlüpft, so dass in der Abendsonne deutlich fünf Köpfchen zu erkennen sind. Für das zuletzt geschlüpfte Küken wird es allerdings sehr schwer werden, da der Altersunterschied und damit der Entwicklungsvorsprung der Geschwister doch recht groß ist.

6. Mai 2018: Ob auch das fünfte Küken schon geschlüpft ist, ist leider nur schwer zu erkennen. Es sind deutlich 4 Köpfchen zu erkennen, wenn der Altvogel Nahrung in die Nestmulde abgibt.

5. Mai 2018: Das vierte Küken ist gegen Abend in der Nestmulde zu erkennen.

4. Mai 2018: Am frühen Morgen ist bereits das zweite Küken im Nest zu sehen. Am späteren Vormittag schaut es so aus, als ob auch das dritte Küken geschlüpft ist, zwei Eier sind noch deutlich im Nest zu erkennen.

3. Mai 2018: Heute Vormittag ist das erste Küken geschlüpft. Jetzt ist es wichtig, dass die Altstörche trotz der momentan herrschenden Trockenheit ausreichend Nahrung für die Kleinen finden.

28. April 2018: In den letzten 3 Wochen haben sich die beiden Altstörche regelmäßig beim Bebrüten der 5 Eier abgewechselt. Auch das Wetter hat in dieser Phase sehr gut mitgespielt. Nun bleibt zu hoffen, dass es nach dem Schlupf der Küken, der zwischen dem 1. und 3. Mai zu erwarten ist, einerseits nicht zu einer nasskalten Wetterperiode kommt, da die Küken ab einer bestimmten Größe von den Altvögeln nicht mehr ausreichend vor Nässe und Kälte geschützt werden können. Andererseits darf es aber auch nicht zu trocken bleiben, da sich der Mähzeitpunkt der für den Storch interessanten Nahrungswiesen zeitlich nach hinten verschiebt. Altstörche bevorzugen für die Nahrungssuche vor allem frisch gemähte Wiesen, da sie ihre Beutetiere hier leichter erkennen aber auch ihre Feinde wie Fuchs oder Marder frühzeitig entdecken können.

8. April 2018: Wenn sich die beiden Störche beim Bebrüten der Eier abwechseln, ist für kurze Zeit der Blick auf die Eier möglich. Es ist inzwischen nicht ganz einfach, die genaue Zahl der Eier festzulegen, es kann aber durchaus sein, dass ein fünftes Ei in der Nestmulde liegt.

6. April 2018: Das vierte Ei ist wahrscheinlich am gestrigen 5. April gelegt worden.

3. April 2018: Auch das dritte Ei ist bereits gelegt und die Störche haben mit dem Brüten begonnen. Wenn alles gut geht, dann können wir in den ersten Maitagen mit dem Schlupf der Küken rechnen.

31. März 2018: Am frühen Samstagnachmittag hat das Weibchen das zweite Ei gelegt.

29. März 2018: Heute am späten Abend liegt das erste Ei im Nest. In der Regel legt das Weibchen nun alle zwei Tage ein weiteres Ei. Mit dem regelmäßigen Bebrüten beginnen die Störche aber erst, wenn zwei bis drei Eier gelegt wurden. So ist gewährleistet, dass der Schlupf der Jungen zeitlich sehr nah zusammen liegt und die Jungen sich möglichst gleich entwickeln können.

7. März 2018: Das Storchenpaar ist heute wieder auf dem Horst eingetroffen. Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich die Ankunft aufgrund der langen Kälteperiode um gut eine Woche verschoben. Erst die warme Luftströmung aus dem Südwesten Europas hat den Störchen den Rückflug ermöglicht. Gut zu verfolgen ist der Rückzug der besenderten Störche auch mithilfe der kostenlosen Smartphone-App „AnimalTracker“. Die drei besenderten Störche aus dem Landkreis sind Elfie (Pörnbach, geschlüpft 2015), Bembo Sparky (Pörnbach, 2016) und Adi (Reichertshofen, 2016). Diese drei Störche halten sich zur Zeit immer noch in Südfrankreich, Mittelspanien bzw. Südspanien auf.

Gemeinschaftsprojekt zwischen Landesbund für Vogelschutz und Max-Planck-Institut für Ornithologie bei den Pfaffenhofener Weißstörchen
 
 

Am 14. Juni haben die drei Jungstörche am späteren Nachmittag auf ihrem Horst unerwarteten Besuch bekommen. Mit seiner Hebebühne brachte Martin Rieder den Beringer des Landesbund für Vogelschutz (LBV), Clemens Krafft, hoch hinauf zum Horst, um dort die Jungstörche mit einem Ring zu versehen. Nun trägt jeder der drei Pfaffenhofener Nachwuchsstörche einen schwarzen Ring mit einer individuellen Zahlen-Buchstaben-Kombination am linken Bein und ist so bei einer späteren Beobachtung eindeutig als Pfaffenhofener Nachwuchs identifizierbar.
Zwei der drei Jungstörche durften ihren ersten Ausflug mit der Hebebühne anschließend noch nach unten auf den Pausenhof antreten. Dort warteten schon die Schüler der Forscherklasse 6B und der Natur-AG, um bei der Besenderung der Störche zusehen zu können. Dr. Wolfgang Fiedler vom Max-Planck-Institut (MPI) für Ornithologie in Radolfzell nahm die beiden Störche in Empfang, um sie jeweils mit einem Sender auszustatten. Dieser Sender wiegt nur etwa 70g und wird dem Storch wie ein Rucksack auf den Rücken gesetzt. Beide Jungstörche wurden gewogen, für ihr Alter von 42 Tagen waren sie mit 4000g bzw. 3600g in sehr guter Verfassung. Außerdem wurden die Schnäbel und die Beine vermessen, so dass die Wissenschaftler am MPI auch diese Daten über die Tiere für weitere Auswertungen nutzen können. Nachdem jedem Jungstorch noch eine Feder ausgezupft wurde, die zur Bestimmung des Geschlechts verwendet werden, kehrten beide Störche mit Hilfe der Hebebühne wieder in ihr Nest zurück.
Ab Anfang Juli werden die Sender die Bewegungen der Jungstörche rund um den Horst bei der Nahrungssuche aufzeichnen und damit zunächst die bevorzugt angeflogenen Wiesen anzeigen. Ab Ende August bis Anfang September kann dann der Zug der besenderten Störche in die Überwinterungsgebiete mitverfolgt werden. Alle Senderdaten werden in der Datenbank „Movebank“ gespeichert und verarbeitet und können über die kostenlose Anwendersoftware „Animal Tracker“ von jedem Handy abgerufen werden.