Begabtenförderung

Zeitgemäßes Wohnen

Katja Knaus hat unter anderem in Barcelona Architektur und Design studiert. Zusammen mit Benedikt Bosch gründete sie das Architekturbüro Yonder (dt. „da drüben“); seit einigen Jahren ist sie auch Professorin an der Münchner Akademie der Bildenden Künste im Fachbereich Darstellung und Entwurf. 

In der Woche der erneuten Schulschließung vor den Osterferien führte Prof. Knaus mit dem LEAP-Kreis ein lebhaftes Gespräch über Möglichkeiten, gesellschaftliche Herausforderungen architektonisch zu diskutieren: Im Bereich  der Flüchtlingsunterbringung besprach sie eine von ihr entworfene Wohnform mit Sozialkonzept, das eine Durchmischung unterschiedlicher Wohntypen vorsieht. Mit Blick auf den Umweltschutz zeigte Prof. Knaus eine dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgende Villa aus Holz mit ausgetüfteltem Energiekonzept. Zu guter Letzt wurde die Verbindung von modernster Bautechnik und traditionellem Charme am Beispiel eines Hauses in einem Dorf in Baden-Württemberg zum Thema gemacht. 

Kraftvoll erklärte die Expertin: „Durch die Erforschung von Raum, Material, Konstruktion und deren Zusammenspiel schaffen wir ungewöhnliche und innovative Lebensräume, die nicht nur unsere Wahrnehmung von Raum, sondern auch das soziale Miteinander nachhaltig prägen.“

Text: Annette Wörmann 

Bild: Katja Knaus 

Gezählt wurde schon vor langer Zeit

Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher gehört zu den bekanntesten Professoren für Mathematik in Deutschland. Er lehrte bis zu seiner Emeritierung an der Uni Gießen und hat das Mathematikum gegründet, das weltweit erste Mitmachmuseum für Mathe. 

Prof. Beutelspacher versucht, die hochkomplexe und hochkomplizierte Wissenschaft so darzustellen und zu vermitteln, dass auch Nicht-Mathematiker sie verstehen – beispielsweise mit der 25-teiligen TV-Serie „Mathematik zum Anfassen“ auf BR-alpha, mit Mathematik-Vorlesungen für Kinder und mit seinen Büchern. Der aktuelle Titel: „Null, unendlich und die wilde 13“, der 39 kurzweilige Geschichten rund um bedeutende Zahlen beinhaltet. 

Via Zoom schaltete sich Prof. Beutelspacher in die Wohnungen der Schüler des LEAP-Kreises, die infolge des Distanzunterrichts inzwischen mit Videokonferenzen vertraut sind. Sie erfuhren allerhand Wissenswertes über natürliche Zahlen, über irrationale Zahlen, über Bruchzahlen in Form sog. ägyptischer Brüche sowie über die Darstellung von Zahlen im Wandel der Zeit. Knochenfunde legen nahe, dass Menschen seit jeher gezählt haben, und zwar durchaus hohe Zahlen, wie der abgebildete Fund zeigt. Eine heutige Darstellung von Zahlen ist u.a. der EAN-Strichcode zur Produktbezeichnung, dessen bekannteste Anwendung das „Beep“ an der Kasse im Einzelhandel ist.

Text: Annette Wörmann 

Bild: aus der Präsentation des Referenten 

Einblick ins Programmieren

Eine LEAP-Teilnehmerin nahm aus Interesse in ihrer Freizeit an mehreren Online-Vorträgen der THI, der Partnerhochschule des SGP, teil und berichtet – exemplarisch anhand von einem Vortrag – von ihren Eindrücken.

Text: Annette Wörmann

Vortrag von Prof. Dr. Andreas Riener am 12.11.2020

Der Vortrag von Herrn Prof. Riener hat mich in der Hinsicht überrascht, dass ich nicht geahnt hätte, welche Schwierigkeiten auf Informatiker beim Programmieren zukommen. Vor allem, welche Bedeutung ethische Fragestellungen und Entscheidungen einnehmen, hätte ich nicht gedacht: Die Vorentscheidung, wie etwa ein Auto bei einer Dilemmasituation reagieren soll, liegt beim Programmierer und das macht die Arbeit dann doch weniger technisch, als ich zuerst erwartet habe. Zum Glück gibt es als Unterstützung in diesem Bereich die Richtlinien der Ethikkommission, die aus 20 Grundsätzen bestehen. 

Allgemein hat mich das Thema sehr interessiert.

Text: Anna Lena Jacob, 10E

Foto: Pixabay

Mit dem richtigen Licht die Arbeit erleichtern 

Wie wirken sich unterschiedliche Lichtspektren am Arbeitsplatz auf die kognitive Leistung aus? Kann man sich bei nachgebildetem Sonnenschein besser konzentrieren? Oder sollte man mit dem Beleuchtungskonzept eher einen Sonnenuntergang mit warmem Licht imitieren? Das hat Johannes Zauner im Lichtlabor der Hochschule München untersucht.

Tageslicht wirkt auf den menschlichen Organismus, langfristig synchronisiert es die innere Uhr und beeinflusst unter anderem die Schlafqualität. Ein Blick auf das Bild zeigt: Auch künstliche Beleuchtung wirkt – heute in der Regel ungeplant und teilweise mit unerwünschten Wirkungen. 

„Schon nach kurzer Belichtung stellt sich der Körper auf Basis der Informationen der lichtempfindlichen Zellen im Auge individuell auf den entsprechenden Energiebedarf ein“, so Zauner. Und weiter: „Helles Morgenlicht wirkt aktivierend und konzentrationsfördernd, während das Arbeiten unter neutralweißem Licht – die Standardbeleuchtung an Arbeitsplätzen – besonders mühsam ist, da der Körper etwas mehr Energie für die Erledigung der Arbeit aufwenden muss.“ Zauner empfiehlt daher eine circadiane Regulierung der Lichtbedingungen für den Morgen und den Abend und erklärt: „Optimal unterstützen das Arbeiten LED-Leuchten, die dimmbar sind, die sich am natürlichen Verlauf des Tageslichts orientieren und automatisch Lichtfarbe, Helligkeit und Dynamik nach Tages- und Jahreszeit ändern.“

Abschließend noch ein Tipp des Experten: „Der Mensch ist traditionell ein tagaktives Lebewesen, das abends Dunkelheit um sich hatte. Doch das eigentlich klare Signal des Tages ist uns Jetzt-Menschen abhanden gekommen. Achten Sie also, zu welcher Zeit Sie Licht konsumieren, denn Licht wirkt akut und nachhaltig! Am besten gehen Sie morgens nach dem Aufwachen eine halbe Stunde raus und verzichten abends auf Licht mit hohem Blauanteil.“ 

Coronabedingt fand der zweite LEAP-Vortrag des Schuljahrs zum Thema „Licht und Gesundheit“ digital statt. Das ist ein Novum, stellte aber keinerlei Schwierigkeiten dar; nicht weniger rege als sonst stellten die Schüler interessierte Nachfragen und kamen mit dem Referenten ins diskursive Gespräch. 

Johannes Zauner ist seit 2015 an der Hochschule München als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und promoviert seit 2018 in Kooperation mit der LMU in Humanbiologie mit dem Fokus „Licht und Gesundheit“. 

Text: Annette Wörmann 

Bild: aus der Präsentation von Johannes Zauner 

„Nicht reden. Tun!“- Humanitäre Hilfe unter Kriegsbedingungen in Afghanistan

1988 zieht der Oberstarzt der Bundeswehr mit seiner Frau und seinen vier Jungen für vier Jahre an die pakistanische Grenze. Afghanistan ist zu dieser Zeit von den Sowjets besetzt, und Dr. Reinhard Erös – Offizier, Arzt und Politologe – begleitet die Mudschaheddin, die afghanischen Widerstandskämpfer, in ihre Bergdörfer, um tausende Kranke und Verwundete in notdürftig ausgestatteten Höhlenklinken zu behandeln. 

Als 2002 deutsche Soldaten in Afghanistan sind, setzt Dr. Reinhard Erös alles auf eine Karte: Er quittiert seinen Dienst bei der Bundeswehr, baut seine bestehenden Verbindungen im stark vom Krieg heimgesuchten Osten Afghanistans aus und gründet eine Hilfsorganisation, die Kindern mitten im Gefechtsalltag neue Lebenswege eröffnet: in neu errichteten Waisenhäusern und Schulen mit qualifizierten Lehrkräften und innovativer Ausstattung, mit Workshops zum sachgemäßen Umgang mit Minen, mit PC-Programmen und mit Nähkursen. Im Oktober 2014 wird nach Beratung mit den Taliban – in deren Gebiet – die erste private Universität Afghanistans eröffnet, an der auch Frauen studieren und die heute ein Prestigeobjekt des Landes ist. 

„Stift statt Panzerfaust und Kalaschnikow, Bildung statt Fundamentalismus“, so Dr. Erös, der die eine Hälfte des Jahres in Deutschland, die andere in Afghanistan lebt, vor den Mitgliedern des LEAP-Kreises. Weiter rief er – markant, forsch, aufbrausend – den Jugendlichen zu: „Interessiert euch für Politik! Mischt euch ein! Es gilt: Nicht reden. Tun!“

Text und Bild: Annette Wörmann

Physik ist genial!

Die Schülertagung der DPG, der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, ist für MINT-begeisterte Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland konzipiert.
Die DPG ist die älteste nationale und weltweit größte physikalische Fachgesellschaft und bietet Tagungen und weitere Veranstaltungen an, um möglichst vielen Leuten einen interessanten Einblick in die Physik zu gewähren.
Dieses Jahr fand die Schülertagung der jungen DPG, auf die mich Frau Wörmann im Rahmen von LEAP hingewiesen hatte, situationsbedingt online statt. Es wurde die Online-Plattform MeetAnyway benutzt: Es wurde eine virtuelle 3D-Welt erschaffen, die einem Tagungsgebäude nachempfunden war. Man konnte durch das Tagungsgebäude hindurchgehen, sich verschiedene Poster und weitere Räume anschauen und sich dann später in Vorträge klicken. So entstand trotz all der Hindernisse wirklich das Gefühl, man wäre live dabei. Die Tagungstasche, die wir bei der Live-Tagung erhalten hätten, wurde uns im Voraus zugesendet.
Angefangen hat die Veranstaltung mit einer kurzen Begrüßung des Organisators, Joris Thiel, der Ansprechpartner der jungen DPG für den Raum München ist, und dann begann schon der erste Vortrag: „Physik – die Wissenschaft der ganzen Natur“ von Prof. Dr. Harald Lesch. Begonnen hat der Referent mit der Definition und den Eigenschaften der Physik: Sie ist eine Erklärungswissenschaft, basierend auf der Grundlagenforschung nach den Bausteinen und den Gesetzen der Natur, von der nicht nur die Physik, sondern allen anderen Naturwissenschaften profitieren können. Dann ging es weiter mit dem Anfang unseres Universums und dessen Bestandteilen, denn lange war das die grundlegendste Frage der Physik: Woraus besteht eigentlich unsere Welt? Prof. Dr. Lesch erzählte uns danach, wie die Physik unsere Welt beeinflusste und weitere unglaubliche und spannende Fakten der Physik heute wie z.B., dass für den Teilchenbeschleuniger LHC (der sich in der Schweiz im Europäischen Kernforschungszentrum CERN befindet) eine so große Präzision benötigt wird, als würde man in New York City eine Nadel losschießen, die dann ein Nadelöhr in Spanien treffen muss.
Weiter ging es mit einem kurzen Kennenlernen unter den Teilnehmern, wo wir uns über den eben gehaltenen Vortrag unterhalten konnten, bevor wir uns die Poster einzelner Schüler anschauen und ihnen dazu Fragen stellen konnten. Zum Beispiel hat eine Schülerin untersucht, ob und wie gut Bleistiftstriche leiten können, zwei weitere Schüler haben mithilfe von verschiedenen Aufnahmen untersucht, ob sich ein schwarzes Loch im Orion-Nebel befindet. Es folgten zwei Vorträgen zu den Themen „Technikethik“ und „Dynamik des azimuthal-radialen Pendels“. Nach der Mittagspause wurden weitere Arbeiten vorgestellt.
Der nächste Höhepunkt der Schülertagung war die Podiumsdiskussion über Quantencomputer. Thema waren die Ziele und die vielen, vielen Möglichkeiten der Quantencomputer. Ein Beispiel: Ein Quantencomputer soll ein Problem in 30 Sekunden lösen, für das ein normaler Computer 300 Jahre gebraucht hätte (leider werden Quantencomputer aber zu energieaufwändig sein, als dass sie in jedem Haushalt stehen könnten).
Nach einem Film über das Licht (https://www.youtube.com/watch?v=N7NYLG-OAPU) gab es eine Online-Quizrunde, bei der das gesammelte Wissen des zuvor gesehenen Films überprüft wurde (es gab z.B. das Buch „Quantenwelt“ zu gewinnen), bevor die verbliebenen Teilnehmer schließlich in den Abend verabschiedet wurden.
Als Fazit würde ich sagen, dass die Schülertagung sehr gelungen war trotz der eher ungewöhnlichen Umstände, unter der sie zum ersten Mal stattfand. Die Vorträge der einzelnen Wissenschaftler und der Schüler selbst waren sehr interessant und informativ. Ich konnte viel von dem Tag mitnehmen und freue mich schon auf das nächste Jahr! (Wer auch an solch einer Tagung teilnehmen möchte: Dieses Jahr finden zwei weitere Tagungen statt, und man kann sich bis Ende September/Anfang Oktober anmelden!)

Text: Jana Brade, 10A
Bild: Website „dpg physik: https://www.dpg-physik.de/“

Wie entsteht ein Film? – Regisseur am SGP

Nach seiner Tätigkeit als Nachwuchsregisseur, Autor und Cutter beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk studierte Knut Karger an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). Von 2017 bis zu seinem Wechsel an die Fakultät für Design an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München zum Wintersemester 2019/20 war er Vizepräsident der HFF.
Neben seiner Dozententätigkeit dreht Prof. Knut Karger eigene Filme. Seine letzten Arbeiten „Für den Ernstfall“, „Was wird bleiben“ (Kinofilm) und „Warmzeit“ (Kinofilm) setzen sich kritisch mit unserer Gesellschaft auseinander.

2018/19 arbeitete er für den Bayerischen Rundfunk an einer zweiteiligen dokumentarischen Graphic Novel über die Geschichte des KZ Dachau, die er den Schülerinnen und Schülern des LEAP-Kreises in zwei Auszügen vorstellte. Im Gespräch lernten die Jugendlichen die Arbeitsweise eines professionellen Dokumentar-Filmemachers kennen, der ihnen ans Herz legte: „Trefft Entscheidungen! Im Leben kommt man nicht umhin, sich festzulegen. Sitzt Entscheidungen nicht aus, trefft sie!“
Übrigens: Zu sehen sind die beiden Filme, die unter dem gemeinsamen Titel „KL Dachau“ die zwölfjährige Bestandszeit des Lagers von 1933 bis 1945 nacherzählen, am 29. April 2020, dem Tag der Befreiung durch die US-Armee vor 75 Jahren, um 22.00 Uhr und 22.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen.

Text und Foto: Annette Wörmann

Augustinus-Experte am SGP

Diesmal reiste der Referent aus Nordrhein-Westfalen an. Dort ist er unter anderem in der fachdidaktischen Ausbildung angehender Lateinlehrerinnen und -lehrer tätig. Zudem hat er einen Lehrauftrag an der LMU München; sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der römischen Briefliteratur und auf Augustinus. Der Name des Gastredners: Studiendirektor Dr. Hans-Joachim Häger.
Wer war Augustinus? Und wie dachte, ja, wie fühlte dieser Philosoph und Theologe, der das Denken des Abendlandes wesentlich prägte? Antwort darauf erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Begabtenkreises sowie interessierte Schülerinnen und Schüler aus den Latein- und Religionskursen der Oberstufe durch Besprechen von dessen Werk Bekenntnisse (Confessiones), das trotz seiner theologischen Färbung gleichsam den Schlüssel zum Menschen Augustinus darstellt.
„Was macht die Confessiones ansprechend für Sie?“, fragte Dr. Häger abschließend in die Runde. „Augustinus’ Mut, quer zu denken“, gab ein Schüler an, „dass es menschlich ist, zu fallen und Fehler zu machen“, sagte ein anderer. Und damit hallte Karl Jaspers Diktum über Augustinus, der sich wie kein zweiter antiker Autor in seinem Werk derart geöffnet hat, nach: „Nie vorher hatte der Mensch so vor seiner eigenen Seele gestanden.“

Text und Foto: Annette Wörmann

Revolution am Himmel

Fliegende Autos – das gehörte bis vor Kurzem noch ins Reich der Science Fiction. Heute sind die ersten in der Luft, und die Einsatzmöglichkeiten reichen vom Spielzeug für Millionäre bis zum Hubschrauber-Ersatz für Polizei, Feuerwehr und Militär. Während die Aero-Taxis noch in der Entwicklungsphase stecken, fliegen Drohnen schon durch die Welt. Sie sind beliebte Geschenke für Hobbypiloten und mittlerweile unentbehrlich für Filmcrews, sie werden aber längst auch kommerziell genutzt. Der Paketdienst aus der Luft ist bereits getestet. In Afrika lässt ein Start-up Medikamente in entlegene Gebiete fliegen, in Norwegen bringt ein autonomes Fluggerät einen Defibrillator zu Herzpatienten in der Provinz, in Singapur gibt es Restaurants, in denen Drohnen das Essen an den Tisch bringen.
 „Der Markt explodiert gerade“, erklärte Prof. Dr. Florian Holzapfel den  Teilnehmern des LEAP-Kreises. Immer wieder forderte er chemisches, physikalisches und mathematisches Know-how von den Jugendlichen ein. Schließlich rief er ihnen zu: „Ihr lebt in einer Zeit voller rasanter Veränderungen. Schaut nicht einfach zu! Gestaltet eure Welt! Bringt euch ein!“
Man findet den Ingenieur, der Fluggeräte für alle Lebenslagen entwickelt, am Lehrstuhl für Flugsystemdynamik im Forschungszentrum Garching.

Text und Foto: Annette Wörmann

Die Kunst der Renaissance in Florenz

Nirgends lässt sich der Renaissance und ihrer Kunst so gut nachspüren wie in der Stadt am Arno. Das Europa der Neuzeit entstand in Florenz, der Metropole von Handel und Kapital. Die klare Rationalität des Architekten
Brunelleschi, die heroischen und zugleich zutiefst menschlichen Figuren der Bildhauer Donatello oder Luca della Robbia, die neue Lebensnähe und erzählerische Kraft in den Malereien von Masaccio, Fra Angelico oder Botticelli – auf Schritt und Tritt erlebt man in Florenz, wie sich das, was der Kulturhistoriker Jacob Burckhardt „die Entdeckung der Welt und des Menschen“ nannte, in der Kunst des 15. Jahr­hunderts abspielte.

Mit grenzenlosem Selbstvertrauen bricht der Mensch jener Zeit auf zu neuen Ufern und revolutioniert Kunst, Kultur und Wirtschaft. Kulturelle Eliten – wie etwa die Medici – sorgen für einen einzigartigen Modernisierungsschub.
Innerhalb weniger Jahrzehnte entstehen grandiose Bauwerke, Gemälde und Kunstwerke, die zu den bedeutendsten der Menschheit gehören.

Im Vortrag von Dr. Katia Marano, die als Kunstvermittlerin an den Pinakotheken Münchens arbeitet, wurden Teilnehmen des Begabtenkreises und interessierten Schülern des Kunst-Additums Florenz und seine Maler vorgestellt – stets mit Blick auf den engen Zusammenhang von Kunst, Geschichte, Politik und Soziologie.

Text und Foto: Annette Wörmann

Europa – we are one

Wofür brenne ich? Wo steht Europa? Diese und viele weitere Fragen durften wir uns an einem Oktoberwochenende bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing stellen. Frau Wörmann hatte uns auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht.
Viele interessante Referent/innen wie der Feminist Vincent Immanuel Herr, der sich dafür einsetzt, dass jeder EU-Bürger zu seinem 18. Geburtstag ein Interrail-Ticket geschenkt bekommt, um die europäische Identität zu stärken, haben von ihren Projekten und ihrer Sicht auf Europa erzählt. Ihre und die Gedanken anderer haben uns bewegt, und in Diskussionsrunden konnten wir uns mit anderen Jugendlichen austauschen und neue Freundschaften schließen.

Text: Luisa Dietsch, Ronja Wimmer, Q11
Foto: Ronja Wimmer, Q11

1 von 4000 in Deutschland zugelassenen Patentanwälten am SGP

Im Rahmen der monatlichen LEAP-Vorträge, die von allen interessierten Schülern der Jahrgangsstufen 9 bis 12 besucht werden können, stellte Thomas Liebl sich und seine Arbeit als Patentanwalt vor.
Anhand von vielfältigem Anschauungsmaterial – Gesetzesbüchern, einer Patentanwaltsrobe, einem Schriftstück zur Patentanmeldung, bereits patentierten Gegenständen wie einer Hüftabspreiz-Orthese oder einem Rühraufsatz für Bohrmaschinen – wurde schnell klar, dass ein Patentanwalt als Dolmetscher zwischen Erfinder und Patentamt, zwischen Technik und Recht fungiert. An dieser Schnittstelle leisten Patentanwälte folglich einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Innovationsdynamik in Deutschland und Europa: Sie wissen, was technisch und rechtlich möglich ist.
Was macht ein Patentanwalt? Ein Patentanwalt berät und vertritt Mandanten auf dem Gebiet einerseits des Patent-, des Marken- und Designrechts, andererseits auf dem Gebiet des Sortenschutz- und Halbleiterschutzrechts. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Vertretung in Verfahren vor den Patent- und Markenämtern und den zuständigen Gerichten.
Wie wird man Patentanwalt? Ein abgeschlossenes naturwissenschaftliches oder technisches Hochschulstudium, etwa in den Fächern Elektrotechnik, Maschinenbau, Physik, Chemie oder Biologie, ist erforderlich. Darauf folgt eine mehrjährige juristische Zusatzausbildung in Theorie und Praxis.
Warum gibt es Patentanwälte? Schon bald nach der Gründung des Kaiserlichen Patentamts im Mai 1877 stellte sich heraus, dass für die komplexen technischen Sachverhalte im Patentwesen besonders qualifizierte Fachleute benötigt werden, die neben den juristischen Fragen auch in der Lage sind, die technischen Zusammenhänge der Erfindungen zu verstehen.
Thomas Liebl ist Deutscher und Europäischer Patentanwalt sowie Europäischer Marken- und Designanwalt. Er ist seit 2008 Partner in der Kanzlei Neubauer Liebl Bierschneider.

Text und Fotos: Annette Wörmann