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„Der zerbrochne Krug“ auf dem Schyren-Theater

Ein zerdeppertes Gefäß von hohem künstlerischen Wert – an der Frage, wer den Schaden angerichtet hat, hängen Ehre und Zukunft der Tochter des Hauses, und die Sache kommt vor Gericht. „Der zerbrochne Krug“ ist eine verzwickte Justizkomödie von Heinrich von Kleist, die am 8. und 9. Januar auf der Bühne des Schyren-Theaters dargeboten wurde. Hinzu kamen zwei Vormittagsvorstellungen. Regie führte Richard Fischer. 
In der Hauptrolle des verschämten, erfindungsreichen, auf moralischen Abwegen wandelnden Dorfrichters Adam glänzte Maximilian Weiher, der diese vielschichtige und gebrochene Figur bravourös verkörperte. Ihm zur Seite am Richterpult saßen Reinhold Lifke in der Rolle des ehrgeizigen Schreibers Licht sowie Lidar Öden als gestrenger Gerichtsrat Walter. Mit großer Bühnenpräsenz beklagt Marthe Rull (Jana Hienstorfer/Laura Hofbauer) ihr Unglück, der Verdächtige Ruprecht weist energisch jeden Verdacht von sich (Paul Deckert/Helena Hettenkofer), Töcherchen Eve (Alexandra Kulcsar/Marie Marchl) enthüllt schließlich die nicht mehr zu leugnende Wahrheit. Insgesamt fünfzehn Bühnendarsteller haben das Stück mit großer Spielfreude zum Leben erweckt, das im Originaltext nur von eingefleischten Enthusiasten zu genießen ist; hier wurde zum Glück eine gestraffte und sprachlich modernisierte Fassung verwendet. Das bestens unterhaltene Publikum folgt fasziniert den zahlreichen Pointen und Wendungen. Die Theatergruppe spielte den „zerbrochnen Krug“ nicht zuletzt für die eigenen Mitschüler, denn das Stück ist bundesländerübergreifende Pflichtlektüre für alle Abiturienten. 

Text: Roland Scheerer
Foto: Robert Rist