Anfang Februar durfte der Begabtenkreis des Pfaffenhofener Gymnasiums einen besonderen Gast begrüßen: den Physiker, Autor und Podcaster Michael Büker. In einem gut einstündigen Austausch erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass Wissenschaft alles andere als trocken sein muss.
Wie erklärt man komplexe Phänomene des Universums, ohne dass das Publikum den Faden verliert? – Für Michael Büker ist das tägliche Arbeit. Der diplomierte Astrophysiker, der unter anderem durch die wöchentlichen Radiogespräche in „Deutschlandfunk Nova“ und den Podcast „Sag mal, Du als Physiker“ bekannt ist, nahm den Begabtenkreis mit in die Welt der modernen Forschung.
„In den Naturwissenschaften kommt es auf präzise Sprache an, aber beim Erklären sind Flexibilität und Kreativität gefragt. Beides zu vereinen, ist für mich die schönste Herausforderung“, so Büker, der über Physik in unserem Alltag – etwa das Wasser nach dem Duschen an den Wänden abzuziehen, reduziere die relative Feuchtigkeit im Raum – und insbesondere über den Paradigmenwechsel in der Physik im 20. Jahrhundert sprach. Nachzuvollziehen an folgender Anekdote zu Max Planck: Dem jungen Max Planck rät sein akademischer Lehrer Phillip von Jolly 1874 dringend vom Studium der Physik ab. Seiner Ansicht nach sei in der Physik bereits alles erforscht. Nur einige unwichtige Lücken seien noch auszufüllen, die ein Physikstudium nicht lohnen würden. Der Rest ist revolutionäre Physik-Geschichte.
Büker hat sich in den letzten Jahren einen Namen als einer der profiliertesten Wissenschaftskommunikatoren Deutschlands gemacht. Regelmäßig schafft er es, komplizierte Themen wie Quantenphysik oder Schwarze Löcher mit einer ordentlichen Portion Humor verständlich zu machen. „Sowohl die journalistische Arbeit als auch die Wissenschaft lebt von Belegen. Manchmal braucht es stundenlange Recherche, um sich zwischen Begriffen wie „häufig“ oder „meistens“ zu entscheiden. Anständige Quellenarbeit ist anstrengend, aber sie muss sein, und sie macht mir zum Glück meistens Spaß.“
Diese Begeisterung war auch im Austausch mit den Schülern spürbar. Der Referent gab nicht nur Einblicke in seine fachliche Arbeit, sondern erzählte auch von seinem Weg als Autor und Podcaster. In seinen Audio-Formaten beleuchtet er regelmäßig aktuelle wissenschaftliche Durchbrüche und zeigt auf, wie spannend die Suche nach Antworten auf die großen Fragen der Menschheit sein kann.
Für die Mitglieder des Begabtenkreises bot der Besuch eine Gelegenheit, Fragen zu stellen, die weit über den Lehrplan hinausgehen. Dabei wurde deutlich: Wissenschaft ist kein starres Gebilde, sondern ein lebendiger Prozess aus Neugier und Entdeckergeist.
Mit seiner nahbaren Art und seinem Talent, komplizierte Sachverhalte anschaulich zu „übersetzen“, hinterließ Michael Büker einen bleibenden Eindruck. Er zeigte den Schülerinnen und Schülern, dass eine Karriere in der Physik viele Gesichter haben kann – vom Forscher im Labor bis zum Erklärer auf der großen Bühne.
Zur Person: Michael Büker hat Physik mit den Schwerpunkten Astroteilchenphysik und Friedensforschung studiert. Über Science Slam-Wettbewerbe kam er zur Wissenschaftskommunikation und gewann den Publikumspreis im internationalen FameLab 2014. Als Wissenschaftsjournalist ist er heute regelmäßig in Radio- und TV-Sendungen zu Gast und hat mit „Bükers Testgelände“ eine monatliche Kolumne im P.M. Magazin sowie einen Audible-Podcast „Sag mal, du als Physiker“. „Was soll schon schiefgehen?“ ist sein drittes Buch. Und für Kinder hat er ein Buch der Reihe tiptoi mit neuesten Erkenntnissen zum Weltraum vorgelegt: „Der Weltraum. Raumfahrt, Sterne und Planeten“.
Text: Annette Wörmann
Bild: Susanne Baumann