In einer Höhle voller Schätze festzusitzen – umgeben von Gold und Juwelen, doch ohne Möglichkeit, hinauszugelangen? Dieses Schicksal ereilt den Straßenjungen Aladin (Maria Fischer) in der aktuellen Produktion der Theatergruppe am Schyren-Gymnasium. Doch zum Glück ist ein geheimnisvoller Lampengeist (Jakob Bauer) nicht weit. Mit ihrer Inszenierung des Märchens „Aladin“ begeisterten rund fünfzig Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis neun am Mittwochabend ein zahlreich erschienenes Premierenpublikum und sorgten für einen unterhaltsamen Theaterabend voller Humor, Spannung und Magie. In den Hauptrollen überzeugten Maria Fischer als Aladin, Elena Lozano Schratt als Prinzessin Djamila sowie Alper Yilmaz als Erzähler, der den roten Faden des Stücks jederzeit im Blick behielt.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Straßenjunge Aladin, der auf den Märkten Bagdads ums Überleben kämpft. Weil nur er ein reines Herz besitzt, kann er die sagenumwobene Wunderlampe bergen, die ihm der machtgierige Zauberer Basharat (Georg Fischer) abzuluchsen versucht. Mithilfe des Dschinni, der beim Reiben der Wunderlampe erscheint, verwandelt sich Aladin in einen Prinzen, um die Hand der Königstochter Djamila zu gewinnen. Doch Basharat gibt nicht auf und will das junge Glück verhindern.
Besonders in der ersten Hälfte überzeugte die Aufführung durch hohes Tempo und ein energiereiches Spiel. Die jungen Akteure brachten ihre Rollen mit sichtbarer Spielfreude auf die Bühne und sorgten mit zahlreichen Pointen für Lachen im Publikum.
Ein Höhepunkt des Abends war der quirlig-überdrehte Auftritt von Jakob Bauer als schillernder Lampengeist Dschinni. Mit seinem komödiantischen Gespür und mitreißender Bühnenpräsenz riss er das Publikum zu Szenenapplaus hin. Sein Spiel lässt bereits erahnen, dass hier ein kommendes Bühnentalent heranwächst.
Insgesamt beeindruckte das Zusammenspiel des großen, von Richard Fischer geleiteten Ensembles: Ob Händler, Wachen, Wäscherinnen oder das Gefolge des Herrschers – alle trugen dazu bei, die Welt des alten Bagdad lebendig werden zu lassen. Das zahlreich erschienene Publikum belohnte die gelungene Vorstellung mit lang anhaltendem Applaus.
Eine zweite Aufführung – in anderer Besetzung – findet am Freitag, den 3. Juli um 19 Uhr in der Aula des Schyren-Gymnasiums statt. Das Märchenstück ist besonders auch für kleinere Kinder geeignet. Der Eintritt ist frei.
Text und Foto: Roland Scheerer