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Race to the Presidency – Wahlkampf hautnah erlebt

Tagtäglich begegnet er uns im Fernsehen und auf sozialen Medien: der amerikanische Präsdient Donald Trump. Doch wie gelangt ein Politiker eigentlich in dieses mächtige Amt? Dieser Frage gingen die Schülerinnen und Schüler der Englischkurse der Q12 an einem Dienstag im September nach, indem sie selbst in die Rollen von Wählern, Wahlkampfstrategen und Kandidaten schlüpften.

Die extra aus München angereiste Referentin Sarah Ackermann vom Amerikahaus stellte zunächst das komplexe amerikanische Präsidentschaftswahlsystem vor. Dabei hob sie insbesondere die Bedeutung der Swing States hervor. Während es in Deutschland große Wählerbewegungen gibt, ist das Wahlverhalten in vielen Bundesstaaten traditionell konstant, d.h. die Bürgerinnen und Bürger wählen dort überwiegend republikanisch oder demokratisch. Folglich konzentriert sich der Wahlkampf in erster Linie auf die Staaten, in denen die Ergebnisse häufig knapp sind. Genau dort müssen die Kandidaten ihre Wahlkampfstrategien an den Interessen der Wählerinnen und Wähler ausrichten, um sie zum Gang an die Wahlurnen zu bewegen.

Dies wurde im anschließenden Planspiel in die Praxis umgesetzt. In Gruppen entwickelten die Schülerinnen und Schüler für die verschiedenen Swing States unterschiedliche Wählerpersönlichkeiten und beschäftigten sich mit deren politischen Interessen. Die Parteiverantwortlichen sowie Präsidentschafts- und Vizepräsidentschaftskandidaten, hingegen, erarbeiteten Wahlprogramme und versuchten in Diskussionsrunden, möglichst viele dieser Wähler von ihren Positionen zu überzeugen. Dabei zeigte sich, wie stark politische Strategie, regionale Interessen und nicht zuletzt finanzielle Ressourcen einen Wahlkampf bestimmen.

Für einige überraschend war schließlich, dass ein Kandidat die Präsidentschaft gewinnen kann, obwohl er landesweit weniger Stimmen erhält als sein Gegenkandidat. Grund dafür ist das Prinzip „the winner takes all“. Denn der Kandidat, der die Mehrheit der Stimmen in einem Bundesstaat erhält, bekommt schlussendlich die gesamte Zahl an Wahlmännerstimmen.

Am Schyren-Gymnasium kam es zu einem ausgewogenen Ergebnis. Während die Demokraten in der Vormittagsgruppe den Sieg errangen, konnten das republikanische Team seine Wähler am Nachmittag stärker überzeugen.

Text und Bild: Martina Weber