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Sie trommelten auch heuer wieder für den Lehrerberuf 

Lehrkräfte warben am Schyren-Gymnasium unter Oberstufenschülern für das Lehramt: Das Bayerische Kultusministerium hat vor vier Jahren ein deutschlandweit einzigartiges Großprojekt mit dem Titel „Vor Ort“ gestartet, um Lehrkräfte zu gewinnen: Bayernweit informieren seither Jahr für Jahr rund 500 Lehrkräfte als Botschafter Schüler an bayerischen Gymnasien über den Lehrerberuf. Mit dabei ist auch der Landkreis Pfaffenhofen mit einem regionalen Team aus Lehramtsbotschaftern, die Lernende für den Beruf des Lehrers begeistern wollen und die Vielfalt der Lehrämter vorstellen. Am Schyren-Gymnasium fand das Treffen Ende September statt.
„Der persönliche Kontakt und die Möglichkeit, seine Fragen direkt loszuwerden, bauen Hemmschwellen ab“, sagte Annette Wörmann, Lehrerin und Ansprechpartnerin für das Projekt  „Vor Ort“ am Pfaffenhofener Gymnasium, gegenüber dem PK. „Außerdem wollen wir Oberstufenschülern auch Schularten vorstellen, die sie kaum auf dem Schirm haben“, hob Michele Schäfer von der Mittelschule Geisenfeld hervor, die als Botschafterin der Mittelschule auftrat.
Der erste, kürzere allgemeine Teil der Veranstaltung informierte über Einkommen, Arbeitszeiten und Karrierechancen. Hier wurden Vorzüge wie die Krisensicherheit durch die Verbeamtung, der kreative Spielraum in der Unterrichtsgestaltung oder die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf genannt. Darüber hinaus stellten im zweiten Teil alle Botschafter die Besonderheiten ihrer Schulform dar – gewinnbringend, weil für die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmenden entsprechende Angebote aufgezeigt wurden. 
„Die Beruflichen Schulen wie Berufsschule, FOS, BOS und Weitere fristen in den allgemeinbildenden Schulen teils ein Schattendasein in puncto Bekanntheit und Attraktivität. Dabei besticht sie mit vielfältigen Fachrichtungen und Ausbildungszielen“, erläuterte der Berufsschullehrer Rudi Pawlitschko. Die bayerische Realschule wurde von Lehrerin Susanne Erber wie folgt beschrieben: „Die Realschule ist der Mittelweg in der Stofftiefe – und im Leben reicht es eigentlich immer, etwas im Mittelmaß zu beherrschen, um darauf aufbauen und sich passgenau weiterentwickeln zu können.“ Am Gymnasium hingegen gehe es neben der Pädagogik stark um das Fachwissen. „Es wird von der fünften bis zur 13. Jahrgangsstufe auf erhöhtem Anforderungsniveau unterrichtet“, so Gymnasiallehrerin Sarah Berger. Anna Schrag von der Förderschule Pfaffenhofen betonte, dass das Individuum im Mittelpunkt der Sonderpädagogik stehe. Dabei habe die Diagnostik der Ausgangslage „einen besonderen Stellenwert, auf dem dann die individuelle Förderung basiert“. Die „Schule mit Herz“ ist für Michèle Schäfers die Mittelschule. „Man hat als Klassenlehrkraft sehr viele Fächer in der eigenen Klasse, begleitet seine Schützlinge in unterschiedlichen Lebenslagen und kann so eine Menge bewirken. Man ist eine wichtige Bezugsperson.“
Das Info-Team war sich einig: Wer sich für den Lehrerberuf interessiert, solle grundsätzlich begeisterungsfähig und aufgeschlossen sein. Man brauche eine gute Selbstorganisation und – ganz wichtig – eine Portion Humor und viel Freude am Umgang mit jungen Menschen. Alle Interessierten haben nach der Informationsveranstaltung die Möglichkeit, sich den Schulalltag vor Ort, etwa im Rahmen eines Praktikums, anzusehen. Für alle, die nicht teilnehmen konnten oder weitere Informationen benötigen: Die Botschafter haben ihre Kontaktdaten am Schyren-Gymnasium hinterlegt und vermitteln gerne Praktika. 
Das Foto zeigt Rudi Pawlitschko vom Beruflichen Schulzentrum Pfaffenhofen-Scheyern im Gespräch mit interessierten Schülern. 
 
Text und Foto: Annette Wörmann